KI-GESTÜTZTE DOKUMENTATION
Was möchten Sie wissen?
Rezeptwechsel über SPS
Übersicht
Diese Anleitung beschreibt den Prozess zum Wechseln von Inspektionsrezepten im OV80i-Kamerasystem mithilfe von SPS-Logik. Durch den Rezeptwechsel können Sie unterschiedliche Inspektionsparameter und -kriterien für verschiedene Teile oder Prozesse konfigurieren, ohne die Kamera physisch neu konfigurieren zu müssen. Jedes Rezept enthält spezifische Inspektionseinstellungen, und der Wechsel zwischen ihnen ermöglicht eine flexible Automatisierung in Fertigungsumgebungen.
Der Rezeptwechselprozess beinhaltet ein koordiniertes Handshake zwischen SPS und Kamera, wodurch sichergestellt wird, dass Rezeptwechsel sicher und ohne Beeinträchtigung laufender Vorgänge erfolgen.
Voraussetzungen
Bevor Sie die Rezeptwechselfunktion implementieren, stellen Sie sicher, dass folgende Anforderungen erfüllt sind:
- OV80i-Kamera mit der SPS verbunden (siehe Verbindung zur SPS (Ethernet/IP, PROFINET)).
- SPS-Programmiersoftware (z. B. Studio 5000).
- Die gewünschten Rezepte müssen vorkonfiguriert und auf der Kamera gespeichert sein.
Logikbeispiel
Die Rezeptwechsellogik folgt dieser Reihenfolge:

Schritt 1: Rezeptnummer setzen
MOVE [Recipe_Number] → Camera_1:O.Data[4]
Übertragen Sie die gewünschte Rezept-ID von Ihrem SPS-Tag in das Rezeptauswahlregister der Kamera.
Schritt 2: Rezeptwechsel auslösen
[RECIPE_SWITCH] → [Recipe_ONS] → Camera_1:O.Data[0].1
Verwenden Sie einen Taster oder ein Steuersignal mit einer One-Shot-Anstiegsflanke, um die Rezeptwechselanforderung auszulösen.
Schritt 3: Kamerastatus überwachen
NOT Camera_1:I.Data[1].6 (Busy Signal)
Stellen Sie sicher, dass die Kamera nicht mit der Verarbeitung beschäftigt ist, bevor Sie den Wechsel einleiten.
Schritt 4: Wechselanforderung halten
Camera_1:O.Data[0].1 (Latch ON)
Das Bit für die Rezeptwechselanforderung muss so lange auf High bleiben, bis es von der Kamera bestätigt wird.
Schritt 5: Abschluss überprüfen
Camera_1:I.Data[0].2 (Recipe Switch Ack) AND
EQ Camera_1:I.Data[8] Camera_1:O.Data[4] (Recipe Match)
Warten Sie sowohl auf die Bestätigung der Kamera als auch auf die Verifizierung der Rezept-ID.
Schritt 6: Anforderung zurücksetzen
Camera_1:O.Data[0].1 (Unlatch)
Setzen Sie das Bit für die Rezeptwechselanforderung nach erfolgreichem Abschluss zurück.
Schritt 7: Fehlerüberwachung
Camera_1:I.Data[1].1 → Error_Detected
Überwachen Sie kontinuierlich auf Fehlerzustände während des Prozesses.
Zeitdiagramm
Der Rezeptwechselprozess folgt dieser Zeitsequenz:

Signalverlauf:
- Busy-Signal: Beginnt Low (inaktiv), wechselt auf High, wenn der Prozess startet, und kehrt nach Abschluss auf Low zurück
- TriggerRdy (Trigger Ready): Beginnt High (bereit), wechselt während des Betriebs auf Low und kehrt auf High zurück, wenn das System für den nächsten Trigger bereit ist
- RecipeSwitchRequest: Wechselt auf High, um einen Rezeptwechsel anzufordern, bleibt kurzzeitig High zur Systemregistrierung und kehrt nach der Bestätigung auf Low zurück
- RecipeSwitchAck: Wechselt kurzzeitig auf High, um die Anforderung zu bestätigen, und kehrt dann auf Low zurück
Wichtige Zeitbeziehungen:
- Das Busy-Signal verfolgt die Gesamtbelegung des Systems
- TriggerRdy zeigt an, wann das System neue Triggerbefehle akzeptieren kann
- Rezeptwechselanforderungen blockieren Triggervorgänge
- Alle Signale müssen in ihren Ruhezustand zurückkehren, bevor der nächste Vorgang beginnen kann
Diese Reihenfolge gewährleistet reibungslose Übergänge zwischen Betriebszuständen ohne Konflikte.
Grundlegende Konzepte
Rezeptverwaltung
- Rezept-ID: Jedes Rezept hat eine eindeutige numerische Kennung
- Aktuell vs. Ausgewählt: Das System verwaltet sowohl das aktuell aktive Rezept als auch das neu ausgewählte Rezept zum Vergleich
- Rezeptvalidierung: Das System vergleicht Rezept-IDs, um erfolgreiche Wechsel zu bestätigen
Signal-Handshaking
- Request/Acknowledge-Muster: Die SPS fordert einen Rezeptwechsel an, und die Kamera bestätigt den Empfang
- Latching-Logik: Das Anforderungssignal muss aufrechterhalten werden, bis die Bestätigung empfangen wird
- One-Shot-Triggerung: Verhindert mehrfache Anforderungen durch Signalschwankungen oder Rauschen
Fehlerbehandlung
- Fehlererkennung: Das System überwacht Fehler während des Wechselvorgangs
- Fehler-Latching: Fehlerzustände bleiben gespeichert, bis sie manuell zurückgesetzt werden
- Prozessblockierung: Rezeptwechsel blockieren Triggervorgänge, um Konflikte zu vermeiden
Systemzustände
- Idle-Zustand: System bereit für neue Befehle
- Busy-Zustand: System verarbeitet einen Rezeptwechsel oder einen anderen Vorgang
- Fehlerzustand: System hat einen Fehlerzustand erkannt, der Aufmerksamkeit erfordert
Best Practices
Sicherheit und Zuverlässigkeit
- Stellen Sie immer sicher, dass die Kamera nicht beschäftigt ist, bevor Sie einen Rezeptwechsel einleiten
- Überwachen Sie Fehlerzustände kontinuierlich und implementieren Sie eine geeignete Fehlerbehandlung
- Verwenden Sie One-Shot-Signale, um mehrere unbeabsichtigte Anforderungen zu verhindern
- Validieren Sie Rezeptübereinstimmungen nach dem Wechsel, um den Erfolg zu bestätigen
Betriebseffizienz
- Minimieren Sie die Häufigkeit von Rezeptwechseln, um den Systemaufwand zu reduzieren
- Gruppieren Sie ähnliche Vorgänge nach Möglichkeit unter demselben Rezept
- Planen Sie Rezeptwechsel während natürlicher Pausen in den Produktionszyklen
- Testen Sie Rezeptwechsel gründlich vor der Implementierung in der Produktion
Programmierrichtlinien
- Implementieren Sie geeignete Verriegelungen, um konfliktbehaftete Vorgänge zu verhindern
- Verwenden Sie aussagekräftige Tag-Namen für eine bessere Wartbarkeit des Codes
- Dokumentieren Sie den Zweck der Rezepte und die Wechselbedingungen
- Integrieren Sie eine Timeout-Logik zur Fehlererkennung bei Kommunikationsausfällen
Warnhinweise
- Rezeptwechsel blockieren Triggervorgänge – stellen Sie die zeitliche Koordination sicher
- Lassen Sie die Rezeptwechselanforderung nicht dauerhaft auf High – dies verhindert den normalen Kamerabetrieb
- Überprüfen Sie die Kommunikationsstabilität, bevor Sie sich in der Produktion auf den Rezeptwechsel verlassen
Übersicht der wichtigsten Signale
Steuersignale (SPS an Kamera)
| Signal | Adresse | Funktion |
|---|---|---|
| Rezeptnummer | Camera_1:O.Data[4] | Gibt an, zu welchem Rezept gewechselt werden soll |
| Rezeptwechselanforderung | Camera_1:O.Data[0].1 | Startet den Rezeptwechselprozess |
Statussignale (Kamera an SPS)
| Signal | Adresse | Funktion |
|---|---|---|
| Busy | Camera_1:I.Data[1].6 | Zeigt an, dass die Kamera verarbeitet |
| Recipe Switch Ack | Camera_1:I.Data[0].2 | Bestätigt die Rezeptwechselanforderung |
| Aktuelle Rezept-ID | Camera_1:I.Data[8] | Meldet das aktuell aktive Rezept |
| Recipe Switch Error | Camera_1:I.Data[1].1 | Zeigt einen Fehler beim Rezeptwechsel an |
Interne SPS-Tags
| Signal | Typ | Funktion |
|---|---|---|
| RECIPE_SWITCH | BOOL | Startet den Rezeptwechselprozess |
| Recipe_ONS | ONS | Liefert ein One-Shot-Signal für die Wechselinitiierung |
| CONFIRM_RECIPES_MATCH | BOOL | Bestätigt, dass aktuelles und ausgewähltes Rezept übereinstimmen |
| Error_Detected | BOOL | Kennzeichnet Fehlerzustände zur Beachtung durch den Bediener |
Fazit
Der Rezeptwechsel im OV80i-Kamerasystem bietet flexible Automatisierungsmöglichkeiten und gewährleistet gleichzeitig die Betriebssicherheit durch geeignete Handshaking-Protokolle. Der Erfolg hängt davon ab, die korrekte Reihenfolge der Vorgänge einzuhalten, den Systemstatus zu überwachen und eine robuste Fehlerbehandlung zu implementieren.
Der Schlüssel zu einem zuverlässigen Rezeptwechsel liegt im Verständnis der zeitlichen Beziehungen zwischen den Signalen und in der Sicherstellung, dass die Kamera vor dem Auslösen eines Wechsels nicht beschäftigt ist. Durch Einhaltung der beschriebenen Vorgehensweisen und Best Practices erreichen Sie reibungslose Übergänge zwischen verschiedenen Inspektionskonfigurationen bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Systemzuverlässigkeit und Produktionseffizienz.
Beachten Sie, dass der Rezeptwechsel ein Koordinationsprozess zwischen SPS und Kamera ist – beide Systeme müssen ordnungsgemäß konfiguriert sein und effektiv kommunizieren, um einen erfolgreichen Betrieb zu gewährleisten. Regelmäßiges Testen und Validieren der Wechsellogik trägt dazu bei, eine konsistente Leistung in Produktionsumgebungen sicherzustellen.