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Triggermodi (Manuell, Digital, Sensor)

Diese Seite erläutert die fünf im OV80i-System verfügbaren Triggermodi und beschreibt, wie jeder Modus für verschiedene Inspektionsszenarien und Automatisierungsanforderungen konfiguriert wird.

Übersicht der Triggermodi

Der OV80i bietet fünf verschiedene Triggermodi für unterschiedliche Produktionsumgebungen und Automatisierungsanforderungen:

  • Manual – Trigger über HMI-Bildschirm
  • Hardware – Trigger über elektrisches Signal
  • PLC – Kommunikation mit industriellem Controller
  • Aligner Trigger – Automatische Auslösung bei erkannter Teileausrichtung
  • Interval Trigger – Zeitgesteuerte automatische Auslösung

Manual-Triggermodus

Was ist Manual Triggering?

Manual Triggering ermöglicht es Bedienern, Inspektionen direkt über die HMI-Oberfläche mithilfe einer Bildschirm-Capture-Schaltfläche zu starten.

Funktionsweise:

  • Bediener klickt im HMI auf die Schaltfläche Capture
  • Kamera erfasst und verarbeitet das Bild sofort
  • Ergebnisse werden in Echtzeit auf dem HMI-Bildschirm angezeigt

Beste Anwendungsfälle:

  • Einrichtung und Test – Rezepterstellung und Validierung
  • Produktion mit geringen Stückzahlen – Gelegentliche Qualitätsprüfungen
  • Schulung und Demonstration – Einweisung der Bediener in die Systemfunktionen
  • Fehlersuche – Manuelle Überprüfung von Inspektionsergebnissen

Konfiguration:

  • Triggermodus unter Imaging Setup > Photometric Control auf Manual setzen
  • Keine zusätzlichen Hardwareverbindungen erforderlich
  • Zugriff über die Capture-Bedienelemente auf der HMI-Seite

Hardware-Triggermodus

Was ist Hardware Triggering?

Hardware Triggering verwendet elektrische Signale, die direkt an die digitalen Eingangspins der Kamera gesendet werden, um Inspektionen auszulösen.

Elektrischer Anschluss:

  • Trigger-Eingangspin: Digital Input (DI) am M12 A-codierten 12-Pin-Stecker
  • Signaltyp: Eingang durch Verbindung mit GND aktivieren
  • Spannung: Kompatibel mit 24-V-Industriesystemen
  • Reaktion: Sofortige Erfassung beim Signalübergang

HWtrigger

Funktionsweise:

  1. Externes Gerät sendet ein elektrisches Signal an den Trigger-Eingang der Kamera
  2. Kamera erkennt den fallenden Signalflankenübergang
  3. Inspektionszyklus startet automatisch
  4. Ergebnisse stehen über digitale Ausgänge oder Kommunikationsprotokolle zur Verfügung

Beste Anwendungsfälle:

  • Hochgeschwindigkeits-Produktionslinien – Integration in Förderbänder
  • Sensorgesteuerte Systeme – Näherungssensoren, fotoelektrische Sensoren
  • Einfache Automatisierung – Direkte elektrische Integration ohne PLC
  • Nachrüstanwendungen – Hinzufügen von Bildverarbeitung zu bestehenden Maschinen

Konfiguration:

  • Triggermodus unter Imaging Setup > Photometric Control auf Hardware setzen
  • Triggerquelle an den vorgesehenen digitalen Eingangspin anschließen
  • Signalpolarität und Erkennung der fallenden Flanke konfigurieren

PLC-Triggermodus

Was ist PLC Triggering?

PLC Triggering ermöglicht eine anspruchsvolle Kommunikation zwischen Kamera und speicherprogrammierbaren Steuerungen über industrielle Ethernet-Protokolle.

Kommunikationsprotokolle:

  • Ethernet/IP – Allen-Bradley-, Rockwell-Automation-PLCs
  • Profinet – Siemens-, Mitsubishi-, Omron-PLCs über Ethernet
  • Industrial Ethernet – Universelle Konnektivität für gängige PLC-Marken

Signalflussprozess:

  1. PLC Trigger Command – PLC sendet Triggeranforderung an die Kamera
  2. Trigger Acknowledge – Kamera bestätigt den Triggerempfang
  3. Exposure Complete – Kamera signalisiert, dass die Bilderfassung abgeschlossen ist
  4. Inspection Complete – Kamera meldet den Abschluss der Verarbeitung
  5. Pass/Fail Result – Endgültiges Inspektionsergebnis wird an die PLC gesendet

Erweiterte Funktionen:

  • Trigger ID Tracking – 16-Bit rollierende ID zur Korrelation
  • Busy Signal Monitoring – Statusrückmeldung der Kamera an die PLC
  • Bidirektionale Kommunikation – Vollständige Datenaustauschfunktionen
  • Rezeptauswahl – PLC kann zwischen Inspektionsrezepten umschalten

Beste Anwendungsfälle:

  • Komplexe Automatisierungssysteme – Mehrstationen-Produktionslinien
  • Datenintegration – Manufacturing Execution Systems (MES)
  • Rezeptverwaltung – Automatischer Inspektionswechsel
  • Qualitätsverfolgung – Detaillierte Produktionsberichte

Konfiguration:

  • Triggermodus unter Imaging Setup > Photometric Control auf PLC Trigger setzen
  • Netzwerkkommunikationsprotokoll konfigurieren
  • PLC-Logik für die Trigger-Sequenzierung einrichten
  • Datenaustauschparameter zuordnen

Aligner-Triggermodus

Was ist Aligner Triggering?

Aligner Triggering startet automatisch eine Inspektion, sobald das Template-Alignment-System ein Teil im Sichtfeld erfolgreich lokalisiert und ausgerichtet hat.

hinweis

Dies gilt als Software-Triggermodus und ist möglicherweise nicht für alle Produktionsszenarien ideal.

Funktionsweise:

  1. Template Matching – Kamera sucht kontinuierlich nach dem Ausrichtungsmuster
  2. Teileerkennung – Aligner lokalisiert das Teil anhand der Templatebereiche
  3. Konfidenzprüfung – Ausrichtungskonfidenz überschreitet den Schwellenwert
  4. Automatische Auslösung – Inspektion startet ohne externes Signal
  5. ROI-Anpassung – Inspektionsbereiche richten sich an der erkannten Teileposition aus

Template-Konfiguration:

  • Templatebereiche – Rechteck- oder Kreismuster zur Kantenerkennung
  • Rotationsbereich – Toleranz von 0–180 Grad für die Teileorientierung
  • Empfindlichkeit – Anpassung der Kantenerkennungsempfindlichkeit
  • Konfidenzschwelle – Mindestausrichtungskonfidenz (0,6–0,9 empfohlen)
  • Suchbereiche – Eingeschränkte Bereiche für höhere Geschwindigkeit und Genauigkeit

Beste Anwendungsfälle:

  • Variable Teilepositionierung – Teile, die nicht einheitlich fixiert sind
  • Roboterzuführung – Pick-and-Place-Anwendungen
  • Flexible Produktion – Mehrere Teileausrichtungen
  • Automatisierte Zuführsysteme – Vibrationswendelförderer, Förderbänder

Einschränkungen:

  • ⚠️ Softwareabhängigkeit – Abhängig von der Leistung des Ausrichtungsalgorithmus
  • ⚠️ Verarbeitungsaufwand – Kontinuierliches Template Matching beeinträchtigt die Geschwindigkeit
  • ⚠️ Falschauslösungen – Kann bei ähnlichen, aber falschen Mustern auslösen

Konfiguration:

  • Triggermodus unter Imaging Setup > Photometric Control auf Aligner Trigger setzen
  • Templatebild und Ausrichtungsbereiche konfigurieren
  • Konfidenzschwellen und Suchbereiche festlegen
  • Ausrichtungszuverlässigkeit über verschiedene Teilevarianten hinweg testen

Interval-Triggermodus

Was ist Interval Triggering?

Interval Triggering erfasst automatisch Bilder in vordefinierten Zeitintervallen, was sich für kontinuierliche Überwachung und periodische Qualitätsprüfungen eignet.

Funktionsweise:

  • Timer-Konfiguration – Inspektionsintervall festlegen (Sekunden, Minuten, Stunden)
  • Automatische Zyklen – Kamera löst in den angegebenen Intervallen aus
  • Kontinuierlicher Betrieb – Läuft unabhängig ohne externe Signale
  • Zeitstempelprotokollierung – Jede Aufnahme wird mit präziser Zeitangabe erfasst

Timing-Optionen:

  • Feste Intervalle – Regelmäßige periodische Inspektionen
  • Konfigurierbare Dauer – Sekunden bis Stunden zwischen den Aufnahmen
  • Start/Stopp-Steuerung – Manuelle Übersteuerungsmöglichkeiten
  • Zeitplanintegration – Mögliche Integration in Produktionszeitpläne

Beste Anwendungsfälle:

  • Prozessüberwachung – Kontinuierliche Qualitätsüberwachung
  • Langsame Produktion – Niedrigfrequente Inspektionsanforderungen
  • Umweltüberwachung – Periodische Zustandsprüfungen
  • Datenerfassung – Stichprobenahme zur statistischen Prozesskontrolle

Konfiguration:

  • Triggermodus unter Imaging Setup > Photometric Control auf Interval setzen
  • Intervall-Timingparameter konfigurieren
  • Start-/Stoppbedingungen festlegen
  • Anforderungen an die Datenprotokollierung definieren

Auswahlhilfe für Triggermodi

TriggermodusGeschwindigkeitAutomatisierungsgradEinrichtungsaufwandGeeignet für
ManualLangsamManuellEinfachTests, Einrichtung
HardwareSchnellMittelMittelHochgeschwindigkeitslinien
PLCSchnellHochKomplexKomplexe Automatisierung
AlignerVariabelHochMittelVariable Positionierung
IntervalPeriodischHochEinfachÜberwachung

Hardware-Aspekte

Elektrische Spezifikationen

  • Spannungsbereich: 19–24 VDC Eingang
  • Signallogik: Eingänge durch Verbindung mit GND aktivieren
  • Ausgangsstrom: Max. 100 mA pro Ausgang (im aktiven Zustand gegen GND sinkend)
  • Thermischer Schutz: Integrierte Thermosicherung für die digitale Masse

🔗 Siehe auch