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Networking: IP/Subnetz
Diese Seite erläutert die Konzepte der IP-Adressierung und Subnetze, die für eine ordnungsgemäße Bereitstellung und Verwaltung von OV80i-Kameras in industriellen Netzwerkumgebungen wesentlich sind.
Grundlagen der IP-Adressierung für OV80i
Standard-Netzwerkkonfiguration
Die OV80i wird mit vordefinierten Netzwerkeinstellungen geliefert, die für den sofortigen Einsatz konzipiert sind:
Werkseitige Standardeinstellungen:
- Primäre IP-Adresse:
10.250.0.100(statisch) - Subnetzmaske:
255.255.255.0(/24-Netzwerk) - DHCP: Standardmäßig deaktiviert
IP-Adressen werden im Format XXX.XXX.XXX.YYY angegeben. Sie wird in der Regel von Ihrer IT-Abteilung festgelegt, wobei der Teil XXX.XXX.XXX bei allen Geräten identisch sein sollte und YYY gerätespezifisch ist. Wählen Sie daher für Ihren Computer eine IP, die von keinem anderen Gerät in der Linie verwendet wird.
Anforderungen an die Netzwerkerreichbarkeit
Prinzip des gleichen Subnetzes: Wenn Sie Ihren Computer mit der Kamera verbinden, ist es wichtig, dass sich beide Geräte im selben Subnetz befinden. Wenn Ihr Computer und die Kamera unterschiedliche Subnetzkonfigurationen haben, kann Ihr Computer die Kamera möglicherweise nicht finden, und die Verbindung kann fehlschlagen.
Subnetzplanung und Netzwerkarchitektur
Subnetz-Segmentierung verstehen
Erklärung der Subnetzmaske 255.255.255.0:
Dieses Subnetz lässt sich anhand der Subnetzmaske 255.255.255.0 identifizieren. Geräte innerhalb dieses Subnetzes haben IP-Adressen wie 192.168.0.1, 192.168.0.2 und so weiter.
Beispiel für ein einzelnes industrielles Subnetz:
Werksnetzwerk-Subnetz (10.250.0.x):
- OV80i Kamera:
10.250.0.100(Werkseinstellung) - QR-Code-Leser:
10.250.0.20 - PLC-Steuerung:
10.250.00.50 - HMI-Panel:
10.250.0.30 - Steuerungs-PC:
10.250.0.10 - Subnetzmaske:
10.250.0.0 - Zweck: Alle Produktionsgeräte im selben Netzwerk für eine einfache Kommunikation
Alternative Subnetzzuweisung: Wenn Ihre Fabrik einen anderen Subnetzbereich verwendet, können alle Geräte entsprechend konfiguriert werden:
- OV80i Kamera:
10.250.0.100 - QR-Code-Leser:
10.250.0.20 - PLC-Steuerung:
10.250.0.50 - Steuerungs-PC:
10.250.0.10 - Subnetzmaske:
255.255.255.0
Gerätespezifische IP-Zuweisungsstrategie
Anforderung eindeutiger IPs:
Jedes Gerät im Netzwerk muss eine eindeutige IP-Adresse innerhalb seines Subnetzes haben. Der gerätespezifische Teil (YYY) sollte:
- Eindeutig sein – Nicht von einem anderen Gerät in der Linie verwendet
- Dokumentiert sein – Für Wartung und Fehlersuche erfasst
- Geplant sein – Nach Gerätetyp oder Standort zugewiesen
Statische IP vs. DHCP-Konfiguration
Statische IP-Adressierung (empfohlen für Produktion)
Wann statische IP verwenden:
- ✅ Produktionsumgebungen – Konsistente, vorhersehbare Adressierung
- ✅ Kritische Systeme – Beseitigt DHCP-Abhängigkeiten
- ✅ Mehrkamerainstallationen – Vereinfachte Verwaltung und Fehlersuche
- ✅ PLC-Integration – Feste Adressierung für industrielle Protokolle erforderlich
Vorteile statischer IPs:
- Zuverlässigkeit – Keine Abhängigkeit von der Verfügbarkeit eines DHCP-Servers
- Vorhersehbarkeit – Konsistente Adressierung für die Wartung
- Integration – Für viele industrielle Automatisierungssysteme erforderlich
- Sicherheit – Einfachere Implementierung von Zugriffskontrolle und Überwachung
DHCP-Adressierung (Entwicklung und Tests)
DHCP-Fähigkeit: Diese IP-Adresse ist konfigurierbar und kann automatisch über DHCP zugewiesen oder an Ihre Netzwerkanforderungen angepasst werden.
Wann DHCP verwendet werden sollte:
- ✅ Entwicklungsumgebungen - Vereinfachte Netzwerkeinrichtung
- ✅ Testszenarien - Reduzierter Konfigurationsaufwand
- ✅ Temporäre Installationen - Schnelle Bereitstellung ohne IP-Planung
- ✅ Netzwerke mit DHCP-Reservierungen - Kombiniert den Komfort von DHCP mit statischem Verhalten
Vermeidung und Behebung von IP-Konflikten
Häufige IP-Konfliktszenarien
Router-IP-Konflikte:
Ihr Netzwerk verwendet möglicherweise dieselbe IP wie die Kamera, z. B. 10.250.0.100 (einige Router haben dieselbe Standard-IP). Dies kann zu Verwirrung führen, da ein IP-Konflikt besteht.
Präventionsstrategien: Um IP-Konflikte zu vermeiden und eine reibungslose Konnektivität Ihrer Kamera sicherzustellen, ist es wichtig, jedem Gerät in Ihrem Netzwerk eine eindeutige IP-Adresse zuzuweisen.
Erkennung und Behebung von IP-Konflikten
Erkennungsmethoden: Verwenden Sie zur Erkennung von IP-Konflikten ein IP-Scanner-Tool, um Geräte mit derselben IP-Adresse zu identifizieren.
Behebungsprozess: Wenn Konflikte gefunden werden, passen Sie die IP-Adresse eines oder mehrerer Geräte an, um Eindeutigkeit zu gewährleisten und Konflikte zu beseitigen.
Notzugang bei Konflikten:
Verbinden Sie sich über Micro-USB und greifen Sie auf http://192.168.55.1 zu, um unabhängig von der Ethernet-Konfiguration auf die Kamera-UI zuzugreifen. Ändern Sie anschließend die IP auf eine eindeutige Adresse.
Integration in industrielle Netzwerke
TCP-Kommunikationsanforderungen
Kompatibilität des Netzwerkbereichs: Die IP-Adresse der Kamera muss im selben Bereich liegen wie das Gerät, mit dem sie kommuniziert.
Node-RED TCP-Integration:
- TCP-Eingangsports - Kamera lauscht auf zugewiesenen Ports
- TCP-Ausgang - Kamera sendet Daten an angegebene Geräte-IP-Adressen
- Port-Verwaltung - Zuweisung freier Ports für die Kommunikation
- IP-Bereichsabgleich - Stellt erfolgreiche Gerät-zu-Gerät-Kommunikation sicher
Multi-Kamera-Netzwerktopologie
Subnetzplanung für mehrere Kameras:
- Kamera 1:
10.250.0.101 - Kamera 2:
10.250.0.102 - Kamera 3:
10.250.0.103 - Steuerungs-PC:
10.250.0.10 - PLC-Gateway:
10.250.0.50
Vorteile der Netzwerksegmentierung:
- Traffic-Isolierung - Trennt Vision-Traffic vom Steuerungs-Traffic
- Leistungsoptimierung - Reduziert Netzwerkauslastung
- Erhöhte Sicherheit - Begrenzt den Zugriff zwischen Netzwerksegmenten
- Vereinfachte Fehlersuche - Isoliert Probleme auf bestimmte Subnetze
Best Practices für die Konfiguration
Anforderungen an die Netzwerkdokumentation
- IP-Adressregister - Dokumentation aller zugewiesenen Adressen
- Subnetz-Karten - Visuelle Darstellung der Netzwerktopologie
- Geräteinventar - Zuordnung zwischen IP-Adressen und physischen Geräten
- Änderungsmanagement - Nachverfolgung von IP-Adressänderungen im Zeitverlauf
Netzwerküberwachung und -wartung
Laufende Netzwerkverwaltung:
- IP-Scanner-Tools - Regelmäßige Konflikterkennung
- Leistungsüberwachung - Netzwerkauslastung und Antwortzeiten
- Dokumentationsaktualisierungen - Aktuelle Netzwerkpläne pflegen
- Sicherheitsaudits - Regelmäßige Überprüfung von Netzwerkzugriffen und Berechtigungen
Netzwerkanforderungen für IT-Teams
Dieser Abschnitt ist dafür vorgesehen, vor der Inbetriebnahme an Ihr IT- oder Network-Engineering-Team weitergegeben zu werden. Die OV80i arbeitet als eigenständiger lokaler Server: AI-Inferenz, Bildspeicherung und die Benutzeroberfläche laufen vollständig auf dem Gerät selbst. Für den täglichen Betrieb ist keine Cloud-Verbindung erforderlich. Anwender greifen über einen Webbrowser im Werks-LAN auf das System zu.
Die Kamera aktiviert sich beim ersten Anschluss lokal — es wird keine Internetverbindung benötigt. Gerät, Konfiguration und Inspektionen laufen vollständig in Ihrem lokalen Netzwerk.
Zusammenfassung der Netzwerkanforderungen
| Anforderung | Details |
|---|---|
| Netzwerkgeschwindigkeit | Gigabit-Ethernet (1 Gbps) empfohlen für beste Dashboard- und Bildbibliothek-Performance |
| Ethernet-Schnittstelle | 10/100/1000 Base-T, M12 X-Coded Anschluss (M12-auf-RJ45-Kabel im Lieferumfang) |
| IP-Konfiguration | Statische IP empfohlen für den Produktivbetrieb; DHCP wird ebenfalls unterstützt |
| Standard-IP-Adresse | 10.250.0.100 (statisch, konfigurierbar) |
| Standard-Subnetz | 10.250.0.X / 255.255.255.0 (/24) |
| Erforderlicher Port | TCP-Port 80 (HTTP). Port 443 (HTTPS) optional, kann für verschlüsselten Zugriff aktiviert werden |
| Unterstützte Browser | Google Chrome (empfohlen), Microsoft Edge oder Safari. Firefox wird nicht unterstützt |
| Cloud-/Internetzugang | Nicht erforderlich. Aktivierung, Konfiguration und Inspektionen laufen alle im lokalen Netzwerk |
| Notfall-USB-IP | 192.168.55.1 (immer verfügbar über USB-Verbindung zur Wiederherstellung) |
Bandbreitenanforderungen
Live-Videostream
Die OV80i stellt einen browserbasierten Livestream mit einer festen Bitrate von 5 Mbps pro aktiver Browser-Sitzung bereit. Bei mehreren Benutzern, die den Livestream gleichzeitig betrachten, ist entsprechend zu multiplizieren.
Dashboard und Bildbibliothek
Das Durchsuchen der geräteinternen Bildbibliothek (Prüfen erfasster Inspektionsbilder, Trainingsdaten usw.) profitiert deutlich von einer Gigabit-Verbindung. Bei langsameren Verbindungen wird das Laden großer Bildmengen träge wirken.
Bilddatenübertragung an MES / externe Systeme
Wenn Ihre Installation erfasste Inspektionsbilder von der Kamera an ein MES, einen Data Historian oder Netzwerkspeicher sendet, hängt die erforderliche Bandbreite von Ihrer Inspektionszykluszeit und der Anzahl der Kameras ab. Jedes erfasste Bild ist bei voller 8,3-MP-Auflösung ca. ~6 MB groß. Verwenden Sie die folgende Formel, um die dauerhaft benötigte Bandbreite abzuschätzen:
Bandbreite (Mbps) = Bilder pro Sekunde x 6 MB x 8 Bit x Anzahl der Kameras
| Szenario | Zykluszeit | Kameras | Dauerhafte Bandbreite |
|---|---|---|---|
| Langsame Linie | 1 Bild alle 30 Sek. | 1 | ~1,6 Mbps |
| Typische Linie | 1 Bild pro Sekunde | 1 | ~48 Mbps |
| Schnelle Linie | 3 Bilder pro Sekunde | 1 | ~144 Mbps |
| Multi-Kamera | 1 Bild pro Sekunde | 4 | ~192 Mbps |
| Hochdurchsatz-Multi-Kamera | 3 Bilder pro Sekunde | 4 | ~576 Mbps |
Die Aufnahmerate allein beansprucht keine Netzwerkbandbreite, solange die Bilder auf der Kamera gespeichert und verarbeitet werden. Die Netzwerklast steigt, wenn das Live-Video angesehen wird, Bilder in der Bibliothek durchsucht werden oder Aufnahmen in Echtzeit an externe Systeme exportiert werden.
PLC-/Industrieprotokoll-Datenverkehr (EtherNet/IP, PROFINET, OPC UA) ist vernachlässigbar und besteht typischerweise aus kleinen Pass/Fail-Nutzdaten im Bereich von wenigen Bytes.
Ports, Dienste und Firewall-Konfiguration
Die OV80i verwendet einen minimalen Netzwerk-Footprint für den Standardbetrieb.
| Zweck | Richtung | Port / Dienst | Erforderlich | Hinweise |
|---|---|---|---|---|
| Web-UI (Standard) | Zur Kamera | TCP 80 | Ja | Standardmäßiger Browser-Zugriff auf die lokale Oberfläche |
| Web-UI (sicher) | Zur Kamera | TCP 443 | Optional | Wird verwendet, wenn HTTPS aktiviert ist. HTTP bleibt standardmäßig verfügbar |
| Produktaktivierung | Lokal | Keiner | n/a | Aktivierung erfolgt vollständig offline; kein Internet-Ausgang erforderlich |
| Firmware-Updates | Kamera zum Internet | Internetzugang | Optional | Nicht erforderlich für den normalen lokalen Inspektionsbetrieb |
| Zeitsynchronisation | Kamera zur NTP-Quelle | NTP (UDP 123) | Optional | Empfohlen für Produktion, damit Zeitstempel genau bleiben |
| Custom Node-RED-Integrationen | Kundenspezifisch | Kundenspezifisch | Optional | Alle benutzerdefinierten TCP-, MQTT-, REST- oder sonstigen Flows sollten je Anwendung dokumentiert werden |
Für eine Standardbereitstellung ist der einzige bestätigte Browser-Zugriffsport an der Kamera TCP 80, sofern der Kunde nicht HTTPS (TCP 443) aktiviert. Alle weiteren Ports hängen vom spezifischen Industrieprotokoll oder der für die Linie implementierten Node-RED-Anpassung ab.
Sicherheits- und Zugriffsempfehlungen
- Nur kabelgebundenes Ethernet verwenden. Vermeiden Sie WLAN für Produktionszugriff oder Live-Überwachung, da instabile drahtlose Bandbreite zu Einfrieren oder Verbindungsabbrüchen führen kann.
- Auf einem dedizierten VLAN isolieren. Platzieren Sie die Kamera in einem Produktions-VLAN oder einem eingeschränkten Netzwerksegment und erlauben Sie nur Zugriff von genehmigten Engineering- und Operations-Endpunkten.
- HTTPS aktivieren bei Routing über Segmente. Wenn auf die Kamera über geroutete VLANs, VPN oder unter einer Unternehmensverschlüsselungsrichtlinie zugegriffen werden muss, aktivieren Sie HTTPS (TCP 443) am Gerät.
- Statische Adressierung oder DHCP-Reservierungen verwenden, damit die Kamera-IP für Bediener, HMIs, PLCs und Support-Personal stabil bleibt.
- Standardpasswörter ändern und alle IP-Zuweisungen sowie alle für die Linie geöffneten benutzerdefinierten Integrationsports dokumentieren.
- Telemetrie kann in den Systemeinstellungen je nach Kundenrichtlinie aktiviert oder deaktiviert werden.
Integration von Industrieprotokollen
Die OV80i unterstützt die folgenden industriellen Kommunikationsprotokolle für die PLC- und MES-Integration. Diese arbeiten über dieselbe Ethernet-Verbindung.
- EtherNet/IP
- PROFINET
- OPC UA
- Modbus TCP
- MQTT (über integriertes Node-RED für benutzerdefinierte Integrationen)
- Digital I/O: 2 digitale Ausgänge (NPN sinking), 2 digitale Eingänge + 1 Trigger-Eingang (fest verdrahtet über M12-Stecker, kein Netzwerk)
Pre-Deployment-Checkliste für IT-Teams
- Eindeutige Kamera-IP zugewiesen oder DHCP-Reservierung erstellt (Standard: 10.250.0.100)
- Kamera und autorisierte Client-Geräte können sich gegenseitig im vorgesehenen Subnetz oder gerouteten Pfad erreichen
- Subnetzmaske stimmt bei allen kommunizierenden Geräten überein (typischerweise 255.255.255.0)
- TCP-Port 80 eingehend zur Kamera-IP erlaubt, oder TCP 443, wenn HTTPS aktiviert ist
- Internetzugang genehmigt, falls Firmware-Updates oder cloudbasierte Funktionen (z. B. tools.overview.ai) benötigt werden (nicht erforderlich für Aktivierung, Konfiguration oder Inspektionen)
- NTP-Quelle verfügbar, falls Produktionszeitstempel-Synchronisation erforderlich ist
- Gigabit-Ethernet durchgängig bis zum Netzwerkanschluss der Kamera bestätigt
- Chrome- oder Edge-Workstation für Einrichtung und Validierung verfügbar
- Kamera in geeignetem VLAN platziert, mit Zugriff beschränkt auf genehmigte Endpunkte
- Bildübertragungsbandbreite anhand von Taktzeit und Kameraanzahl abgeschätzt
- Live-Ansicht, Rezeptzugriff und Bibliotheksleistung vom tatsächlichen Produktionsnetzwerk getestet
- Alle PLC- oder Node-RED-Custom-Integrationsanforderungen separat dokumentiert und von Controls / IT genehmigt