KI-GESTÜTZTE DOKUMENTATION
Was möchten Sie wissen?
Verwendung eines Classifiers (Single-ROI-Beispiel)
Dieses Tutorial führt Sie durch die Erstellung Ihres ersten Klassifizierungsmodells auf dem OV80i Kamerasystem. Sie lernen, einen Single-ROI-Classifier einzurichten, um verschiedene Objekttypen automatisch zu identifizieren und zu kategorisieren – in diesem Beispiel verschiedene Bohrergrößen.
Was Sie erstellen werden: Ein funktionierendes Klassifizierungsmodell, das verschiedene Bohrergrößen automatisch erkennen und mit konfigurierbarer Pass/Fail-Logik sortieren kann.
Geschätzte Dauer: 45–60 Minuten
Schwierigkeitsgrad: Anfänger
Voraussetzungen: OV80i Kamerasystem eingerichtet und verbunden
Schritt 1: Ein neues Klassifizierungs-Recipe erstellen
1.1 Recipe-Erstellung aufrufen
- Navigieren Sie zur Seite All Recipes in Ihrer OV80i-Oberfläche
- Klicken Sie auf
+ New Recipein der oberen rechten Ecke
1.2 Recipe-Einstellungen konfigurieren
Das Modal Add A New Recipe wird angezeigt:
- Recipe-Namen eingeben: Verwenden Sie einen aussagekräftigen Namen wie "Drill_Bit_Classification_v1"
- Tipp zur Benennung: Geben Sie den Objekttyp und die Version für eine einfache Identifizierung an
- Recipe-Typ auswählen: Wählen Sie "Classification" aus dem Dropdown-Menü
- Klicken Sie auf
OK, um das Recipe zu erstellen
1.3 Das Recipe aktivieren
- Suchen Sie Ihr neues Recipe in der All Recipes-Liste (es wird als "Inactive" angezeigt)
- Klicken Sie auf
Activateauf der rechten Seite des Recipe-Eintrags - Klicken Sie auf
Activate and go to editor, um zu bestätigen und den Recipe-Editor zu starten
✅ Checkpoint: Das Recipe ist nun "Active" und der Recipe-Editor wird angezeigt.
Schritt 2: Kameraeinstellungen für die Bildaufnahme konfigurieren
2.1 Imaging-Konfiguration öffnen
- Klicken Sie auf
Configure Imagingunten links im Recipe-Editor
2.2 Fokuseinstellungen anpassen
Der Fokus ist entscheidend für eine genaue Klassifizierung:
- Positionieren Sie Ihre Bohrer im Sichtfeld der Kamera
- Passen Sie den Fokus an, entweder mit:
- dem Schieberegler ODER
- manueller Werteingabe
- Testen Sie verschiedene Fokuspositionen, bis die Kanten der Bohrer scharf und klar sind
Fokus-Tipps:
- Verwenden Sie die Live-Vorschau, um Fokusänderungen in Echtzeit zu sehen
- Fokussieren Sie auf die wichtigsten Merkmale (Bohrernuten, Spitzengeometrie)
- Stellen Sie sicher, dass die gesamte Tiefe Ihrer Objekte im Fokus ist
2.3 Belichtungseinstellungen optimieren
Eine korrekte Belichtung gewährleistet eine konsistente Bildqualität:
- Passen Sie die Belichtung mit dem Schieberegler oder manueller Eingabe an
- Streben Sie eine ausgewogene Beleuchtung an, bei der:
- Objektdetails klar sichtbar sind
- Keine Bereiche überbelichtet sind (reines Weiß)
- Schatten keine wichtigen Merkmale verdecken
2.4 LED-Beleuchtung konfigurieren
Die Beleuchtung beeinflusst die Klassifizierungsgenauigkeit erheblich:
- Wählen Sie ein LED-Lichtmuster basierend auf Ihren Objekten:
- Bright Field: Allgemeine Beleuchtung
- Dark Field: Hebt Kanten und Oberflächenfehler hervor
- Side Lighting: Zeigt Textur- und Höhenunterschiede
- Für Bohrer empfehlen sich:
- Bright Field für die allgemeine Formklassifizierung
- Side Lighting zur Hervorhebung der Nutengeometrie
2.5 Gamma-Einstellungen anpassen
Gamma steuert den Bildkontrast:
- Passen Sie Gamma an, um die Sichtbarkeit von Merkmalen zu verbessern
- Niedrigere Werte hellen dunkle Bereiche auf
- Höhere Werte erhöhen den Kontrast
2.6 Imaging-Einstellungen speichern
- Überprüfen Sie alle Einstellungen in der Live-Vorschau
- Klicken Sie auf
Save Imaging Settings, um die Konfiguration anzuwenden
✅ Checkpoint: Ihre Kamera sollte nun konsistente, gut ausgeleuchtete Bilder Ihrer Bohrer liefern.
Schritt 3: Template Image und Alignment konfigurieren
3.1 Zu Alignment navigieren
- Klicken Sie auf "Template Image and Alignment" im Breadcrumb-Menü, ODER
- Verwenden Sie das Dropdown-Menü, um "Template Image and Alignment" auszuwählen
3.2 Aligner überspringen (für dieses Tutorial)
Da Bohrer konsistent platziert werden:
- Wählen Sie
Skip Aligner - Klicken Sie auf
Save, um die Änderungen anzuwenden
Wann den Aligner verwenden: Verwenden Sie den Aligner, wenn Teile in unterschiedlichen Positionen oder Ausrichtungen ankommen. Für dieses Tutorial gehen wir von einer konsistenten Teileplatzierung aus.
Schritt 4: Inspection ROI einrichten
4.1 Zu Inspection Setup navigieren
- Klicken Sie auf "Inspection Setup" im Breadcrumb-Menü
4.2 Region of Interest definieren
Die ROI definiert, wo die Klassifizierung erfolgt:
- Positionieren Sie einen Bohrer im Kamerasichtfeld
- Ziehen Sie die ROI-Ecken, um den Bohrer einzurahmen
- Stellen Sie sicher, dass die ROI:
- Den Bohrer vollständig enthält
- Unnötigen Hintergrund ausschließt
- Groß genug für Ihre größte Bohrervariante ist
4.3 ROI Best Practices
| Tun | Vermeiden |
|---|---|
| Alle wichtigen Merkmale einbeziehen | ROI zu groß machen (enthält Rauschen) |
| Kleinen Rand um das Objekt lassen | Teile des Objekts abschneiden |
| Erwartete Objektposition zentrieren | Mehrere Objekte in einer ROI einbeziehen |
| Konsistente ROI-Größe über alle Bilder beibehalten | ROI zwischen Aufnahmen ändern |
4.4 ROI-Konfiguration speichern
- Überprüfen Sie die ROI-Positionierung mit verschiedenen Bohrergrößen
- Klicken Sie auf
Save, um die ROI-Einstellungen anzuwenden
Checkpoint: Ihre ROI sollte Bohrer unabhängig von ihrer spezifischen Größe konsistent einrahmen.
Schritt 5: Klassifizierungsmodell trainieren
5.1 Zum Classification Block navigieren
- Klicken Sie auf "Classification Block" im Breadcrumb-Menü
5.2 Klassifizierungsklassen erstellen
Sie erstellen Klassen für verschiedene Bohrergrößen:
Beispielklassen:
- Small Bits (1-3 mm)
- Medium Bits (4-6 mm)
- Large Bits (7-10 mm)
5.3 Trainingsbilder aufnehmen
Nehmen Sie für jede Klasse mindestens 5 verschiedene Bilder auf:
Klasse 1: Small Bits
- Platzieren Sie einen kleinen Bohrer in der ROI
- Klicken Sie auf "Capture", um ein Trainingsbild aufzunehmen
- Beschriften Sie das Bild mit "Small"
- Wiederholen Sie dies mit 4 weiteren kleinen Bohrern (verschiedene Ausrichtungen/Positionen)
Klasse 2: Medium Bits
- Platzieren Sie einen mittleren Bohrer in der ROI
- Aufnehmen und beschriften als "Medium"
- Wiederholen Sie dies 4 weitere Male mit verschiedenen mittleren Bohrern
Klasse 3: Large Bits
- Platzieren Sie einen großen Bohrer in der ROI
- Aufnehmen und beschriften als "Large"
- Wiederholen Sie dies 4 weitere Male mit verschiedenen großen Bohrern
5.4 Best Practices für Trainingsbilder
| Best Practice | Warum wichtig |
|---|---|
| Verschiedene Beispiele verwenden | Verbessert die Generalisierung des Modells |
| Ausrichtungen variieren | Bewältigt reale Positionsvariationen |
| Grenzfälle einbeziehen | Bessere Grenzerkennung zwischen Klassen |
| Konsistente Beleuchtung beibehalten | Reduziert beleuchtungsabhängige Fehler |
| Mindestens 5 Bilder | Liefert ausreichende Trainingsdaten |
5.5 Labels überprüfen und verifizieren
- Alle gelabelten Bilder gründlich prüfen
- Korrekte Klassenzuweisungen sicherstellen
- Falsch gelabelte Beispiele entfernen
5.6 Modelltraining starten
- Auf
Train Classification Modelklicken - Trainingsmodus wählen:
- Fast: Schnelles Training zum Testen (2-5 Minuten)
- Accurate: Produktionsqualität-Training (10-20 Minuten)
- Iterationsanzahl auswählen:
- Mehr Iterationen = Höhere Genauigkeit
- Mehr Iterationen = Längere Trainingszeit
- Auf
Start Trainingklicken
5.7 Trainingsfortschritt überwachen
Das Trainingsfortschritts-Modal zeigt:
- Aktuelle Iterationsnummer
- Trainingsgenauigkeit in Prozent
- Geschätzte Fertigstellungszeit
Trainingssteuerung:
- Abort Training: Training bei Bedarf abbrechen
- Finish Training Early: Stoppen, wenn die Genauigkeit ausreichend ist
Trainingstipps:
- Das Training stoppt automatisch, wenn die Zielgenauigkeit erreicht ist
- 85%+ Genauigkeit ist typischerweise gut für den Produktionseinsatz
- Bei niedriger Genauigkeit können Sie mit mehr Bildern erneut trainieren
✅ Checkpoint: Ihr Modell sollte eine Trainingsgenauigkeit von >85% erreichen.
Schritt 6: Klassifikator testen
6.1 Live Preview aufrufen
- Nach Abschluss des Trainings auf
Live Previewklicken - Verschiedene Bohrer in den ROI legen
- Klassifikationsergebnisse beobachten:
- Vorhergesagter Klassenname
- Konfidenzwert in Prozent
- Klassifikationszeit
6.2 Validierungstests
Jede Klasse systematisch testen:
| Testtyp | Erwartetes Ergebnis | Maßnahme bei Fehlschlag |
|---|---|---|
| Bekannter kleiner Bohrer | Klassifiziert als "Small" mit >80% Konfidenz | Mehr Trainingsbilder hinzufügen |
| Bekannter mittlerer Bohrer | Klassifiziert als "Medium" mit >80% Konfidenz | Labeling-Genauigkeit überprüfen |
| Bekannter großer Bohrer | Klassifiziert als "Large" mit >80% Konfidenz | Mit mehr Beispielen erneut trainieren |
| Leerer ROI | Keine Klassifikation oder niedrige Konfidenz | Konfidenzschwellen anpassen |
6.3 Fehlerbehebung bei Klassifikationsproblemen
| Problem | Mögliche Ursachen | Lösungen |
|---|---|---|
| Niedrige Konfidenz | Unzureichende Trainingsdaten | Mehr Trainingsbilder hinzufügen |
| Falsche Klassifikationen | Schlechte Bildqualität | Beleuchtung/Fokus verbessern |
| Inkonsistente Ergebnisse | ROI enthält Hintergrundrauschen | ROI-Größe reduzieren |
| Verwechselte Klassen | Ähnlich aussehende Objekte | Mehr unterscheidende Beispiele hinzufügen |
Schritt 7: Pass/Fail-Logik konfigurieren
7.1 Zum IO-Block navigieren
Stellen Sie vor dem Fortfahren sicher, dass alle AI-Blöcke trainiert sind (grüner Status):
- Im Breadcrumb-Menü auf "IO Block" klicken, ODER
- "Configure I/O" im Recipe Editor auswählen
7.2 Classification Logic Node finden
- Den "Classification Block Logic Node" suchen (violetter Knoten)
- Falls nicht vorhanden: Aus dem Knotenmenü auf der linken Seite ziehen
Knotenfarben: Violette Knoten repräsentieren Overview Logic Blocks für AI-Operationen.
7.3 Klassifikationslogik konfigurieren
- Doppelklick auf den Classification Logic Node
- Einstellungen konfigurieren:
ROI-Auswahl
- Ihren ROI im Dropdown "Inspection Region" auswählen
Konfidenzschwelle
- Konfidenzschwelle festlegen (typischerweise 70-85%)
- Höhere Schwelle = Strengere Klassifikation
- Niedrigere Schwelle = Tolerantere Klassifikation
Auswahl der Zielklasse
- Zielklasse auswählen für "Pass"-Ergebnisse
- Beispiel: Wählen Sie "Medium", wenn nur mittlere Bohrer bestehen sollen
Logik für mehrere ROIs (Erweitert)
- Weitere ROIs hinzufügen bei Bedarf
- Logik wählen: "Any" oder "All" Regeln müssen erfüllt sein
7.4 Beispiele für Pass/Fail-Konfigurationen
Konfiguration 1: Größenspezifisches Pass
ROI: Drill_Bit_ROI
Target Class: Medium
Confidence: 80%
Logic: Pass only medium drill bits
Konfiguration 2: Größenbereich-Pass
ROI: Drill_Bit_ROI
Target Classes: Medium OR Large
Confidence: 75%
Logic: Pass medium or large bits
Konfiguration 3: Kleine Bohrer ablehnen
ROI: Drill_Bit_ROI
Target Class: NOT Small
Confidence: 85%
Logic: Fail if classified as small
7.5 Logik-Konfiguration bereitstellen
- Klicken Sie auf
Donein der oberen rechten Ecke - Klicken Sie auf
Deployin der oberen rechten Ecke des Node-RED-Editors - Bestätigen Sie die Erfolgsmeldung des Deployments
Schritt 8: Abschließendes Testen und Validierung
8.1 End-to-End-Test
Testen Sie den vollständigen Inspektionsworkflow:
- Testobjekte platzieren im Inspektionsbereich
- Inspektion auslösen (manuell oder automatisch)
- Ergebnisse überprüfen:
- Korrekte Klassifikation wird angezeigt
- Korrekte Pass/Fail-Anzeige
- Konsistente Zeitperformance
8.2 Checkliste zur Produktionsvalidierung
| Testfall | Erwartetes Ergebnis | ✓ |
|---|---|---|
| Objekt der Zielklasse | Pass-Ergebnis | ☐ |
| Objekt nicht der Zielklasse | Fail-Ergebnis | ☐ |
| Leerer ROI | Fail-Ergebnis | ☐ |
| Teilweise verdecktes Objekt | Angemessenes Konfidenzniveau | ☐ |
| Schlechte Lichtverhältnisse | Konsistente Performance | ☐ |
8.3 Performance-Optimierung
Wenn die Ergebnisse nicht zufriedenstellend sind:
- Weitere Trainingsbilder hinzufügen (insbesondere Grenzfälle)
- Konfidenzschwellen anpassen
- Beleuchtungskonsistenz verbessern
- ROI-Positionierung verfeinern
- Neu trainieren im "Accurate"-Modus
Herzlichen Glückwunsch!
Sie haben erfolgreich Ihr erstes Klassifikationsmodell erstellt! Ihr OV80i-System kann jetzt:
- Automatisch erkennen, welche Bohrergrößen vorliegen
- Pass/Fail-Logik anwenden basierend auf den Klassifikationsergebnissen
- Konfidenzwerte bereitstellen für jede Klassifikation
- In Produktionsworkflows integrieren über I/O-Steuerungen
Nächste Schritte
Nachdem Sie die Single-ROI-Klassifikation gemeistert haben, sollten Sie Folgendes erkunden:
Fortgeschrittene Klassifikationstechniken
- Multi-ROI-Klassifikation für komplexe Teile
- Hierarchische Klassifikation für detaillierte Kategorisierung
- Kombinationsinspektion (Klassifikation + Fehlererkennung)
Produktionsintegration
- PLC-Kommunikation für automatisierte Sortierung
- Datenprotokollierung zur Qualitätsverfolgung
- Rezeptverwaltung für mehrere Produktlinien
Modelloptimierung
- Transfer Learning für ähnliche Produkte
- Active Learning für kontinuierliche Verbesserung
- Performance-Überwachung und Trainingspläne
🔗 Siehe auch
Troubleshooting-Leitfaden
Häufige Probleme und Lösungen
| Problem | Symptom | Lösung |
|---|---|---|
| Geringe Genauigkeit | Klassifizierungen häufig falsch | Mehr vielfältige Trainingsbilder hinzufügen |
| Langsame Leistung | Lange Verarbeitungszeiten | ROI-Größe reduzieren, Beleuchtung optimieren |
| Inkonsistente Ergebnisse | Gleiches Objekt liefert unterschiedliche Ergebnisse | Teilepositionierung verbessern, Fokus prüfen |
| Falsch-Positive | Leere ROI zeigt Klassifizierung | Konfidenzschwelle erhöhen |
| Training schlägt fehl | Modell lässt sich nicht erfolgreich trainieren | Bildqualität prüfen, mindestens 5 Bilder pro Klasse sicherstellen |
Hilfe erhalten
Wenn Sie auf Probleme stoßen, die in diesem Tutorial nicht behandelt werden:
- Konsultieren Sie die Fehlerbehebungsanleitungen in der Dokumentation
- Überprüfen Sie die Systemprotokolle auf Fehlermeldungen
- Kontaktieren Sie den Overview Support mit:
- Rezept-Exportdatei
- Beispielbildern, die das Problem zeigen
- Details zur Systemkonfiguration
Tutorial abgeschlossen! Sie verfügen nun über ein funktionsfähiges Klassifizierungssystem, das für den Produktionseinsatz bereit ist. Denken Sie daran, die Leistung regelmäßig zu validieren und Ihr Modell bei Bedarf neu zu trainieren, um die Genauigkeit langfristig aufrechtzuerhalten.