KI-GESTÜTZTE DOKUMENTATION
Was möchten Sie wissen?
Verwendung eines Classifiers (Beispiel mit einer einzelnen ROI)
Dieses Tutorial führt Sie durch die Erstellung Ihres ersten Klassifizierungsmodells auf dem OV10i-Kamerasystem. Sie lernen, einen Single-ROI-Classifier einzurichten, um verschiedene Objekttypen automatisch zu identifizieren und zu kategorisieren – in diesem Beispiel verschiedene Größen von Bohrern.
Was Sie erstellen: Ein funktionsfähiges Klassifizierungsmodell, das verschiedene Bohrergrößen automatisch identifizieren und sortieren kann, mit konfigurierbarer Pass/Fail-Logik.
Geschätzte Dauer: 45–60 Minuten
Schwierigkeitsgrad: Anfänger
Voraussetzungen: OV10i-Kamerasystem eingerichtet und verbunden
Schritt 1: Erstellen eines neuen Classification Recipe
1.1 Zugriff auf die Recipe-Erstellung
- Navigieren Sie zur Seite All Recipes in Ihrer OV10i-Oberfläche
- Klicken Sie auf
+ New Recipein der oberen rechten Ecke
1.2 Recipe-Einstellungen konfigurieren
Das Modal Add A New Recipe erscheint:
- Recipe-Namen eingeben: Verwenden Sie einen aussagekräftigen Namen wie „Drill_Bit_Classification_v1"
- Tipp zur Benennung: Geben Sie den Objekttyp und die Version für eine einfache Identifizierung an
- Recipe-Typ auswählen: Wählen Sie „Classification" aus dem Dropdown-Menü
- Klicken Sie auf
OK, um das Recipe zu erstellen
1.3 Recipe aktivieren und den Recipe Editor öffnen
- Suchen Sie Ihr neues Recipe in der Liste All Recipes (es wird als „Inactive" angezeigt)
- Klicken Sie auf
Activateauf der rechten Seite des Recipe-Eintrags - Klicken Sie auf
Activate and go to editor, um die Aktion zu bestätigen und den Recipe Editor zu starten
✅ Checkpoint: Das Recipe ist nun „Active" und der Recipe Editor wird angezeigt.
Schritt 2: Kameraeinstellungen für die Bildaufnahme konfigurieren
2.1 Imaging-Konfiguration öffnen
- Klicken Sie auf
Configure Imagingunten links im Recipe Editor
2.2 Fokus-Einstellungen anpassen
Der Fokus ist entscheidend für eine genaue Klassifizierung:
- Positionieren Sie Ihre Bohrer im Sichtfeld der Kamera
- Stellen Sie den Fokus ein mit:
- dem Schieberegler ODER
- manueller Werteingabe
- Testen Sie verschiedene Fokuspositionen, bis die Bohrerkanten scharf und klar sind
Tipps zur Fokussierung:
- Verwenden Sie die Live-Vorschau, um Fokusänderungen in Echtzeit zu sehen
- Fokussieren Sie auf die wichtigsten Merkmale (Bohrerspiralen, Spitzengeometrie)
- Stellen Sie sicher, dass die gesamte Tiefe Ihrer Objekte im Fokus liegt
2.3 Belichtungseinstellungen optimieren
Die richtige Belichtung sorgt für eine gleichbleibende Bildqualität:
- Belichtung anpassen über den Schieberegler oder die manuelle Eingabe
- Streben Sie eine ausgewogene Beleuchtung an, bei der:
- Objektdetails klar erkennbar sind
- keine Bereiche überbelichtet sind (reines Weiß)
- Schatten keine wichtigen Merkmale verdecken
2.4 LED-Beleuchtung konfigurieren
Die Beleuchtung hat erheblichen Einfluss auf die Klassifizierungsgenauigkeit:
- Wählen Sie das LED-Beleuchtungsmuster entsprechend Ihren Objekten:
- Bright Field: Allgemeine Beleuchtung
- Dark Field: Hebt Kanten und Oberflächenfehler hervor
- Side Lighting: Zeigt Texturen und Höhenunterschiede
- Für Bohrer empfiehlt sich:
- Bright Field für die allgemeine Formklassifizierung
- Side Lighting zur Hervorhebung der Spiralgeometrie
2.5 Gamma-Einstellungen anpassen
Gamma steuert den Bildkontrast:
- Passen Sie Gamma an, um die Sichtbarkeit der Merkmale zu verbessern
- Niedrigere Werte hellen dunkle Bereiche auf
- Höhere Werte erhöhen den Kontrast
2.6 Imaging-Einstellungen speichern
- Überprüfen Sie alle Einstellungen in der Live-Vorschau
- Klicken Sie auf
Save Imaging Settings, um die Konfiguration anzuwenden
✅ Checkpoint: Ihre Kamera sollte nun konsistente, gut ausgeleuchtete Bilder Ihrer Bohrer liefern.
Schritt 3: Template-Bild und Ausrichtung konfigurieren
3.1 Zur Ausrichtung navigieren
- Klicken Sie auf "Template Image and Alignment" im Breadcrumb-Menü, ODER
- Verwenden Sie das Dropdown-Menü, um "Template Image and Alignment" auszuwählen
3.2 Aligner überspringen (für dieses Tutorial)
Da Bohrer konsistent platziert werden:
- Wählen Sie
Skip Aligner - Klicken Sie auf
Save, um die Änderungen zu übernehmen
Wann der Aligner verwendet werden sollte: Verwenden Sie den Aligner, wenn Teile in unterschiedlichen Positionen oder Orientierungen ankommen. Für dieses Tutorial gehen wir von einer konsistenten Teilepositionierung aus.
Schritt 4: Inspection ROI einrichten
4.1 Zur Inspection Setup navigieren
- Klicken Sie auf "Inspection Setup" im Breadcrumb-Menü
4.2 Region of Interest definieren
Die ROI legt fest, wo die Klassifizierung stattfindet:
- Positionieren Sie einen Bohrer im Kamerasichtfeld
- Ziehen Sie die ROI-Ecken, um den Bohrer zu umrahmen
- Stellen Sie sicher, dass die ROI:
- Den Bohrer vollständig umfasst
- Unnötigen Hintergrund ausschließt
- Groß genug für Ihre größte Bohrervariante ist
4.3 ROI Best Practices
| Tun | Vermeiden |
|---|---|
| Alle wichtigen Merkmale einbeziehen | ROI zu groß machen (enthält Rauschen) |
| Kleinen Rand um das Objekt lassen | Teile des Objekts abschneiden |
| Erwartete Objektposition zentrieren | Mehrere Objekte in einer ROI einbeziehen |
| Konsistente ROI-Größe über alle Bilder beibehalten | ROI zwischen Aufnahmen ändern |
4.4 ROI-Konfiguration speichern
- Überprüfen Sie die ROI-Positionierung mit verschiedenen Bohrergrößen
- Klicken Sie auf
Save, um die ROI-Einstellungen zu übernehmen
Checkpoint: Ihre ROI sollte Bohrer unabhängig von ihrer spezifischen Größe konsistent umrahmen.
Schritt 5: Klassifizierungsmodell trainieren
5.1 Zum Classification Block navigieren
- Klicken Sie auf "Classification Block" im Breadcrumb-Menü
5.2 Klassifizierungsklassen erstellen
Sie erstellen Klassen für unterschiedliche Bohrergrößen:
Beispielklassen:
- Small Bits (1-3 mm)
- Medium Bits (4-6 mm)
- Large Bits (7-10 mm)
5.3 Trainingsbilder aufnehmen
Nehmen Sie für jede Klasse mindestens 5 verschiedene Bilder auf:
Klasse 1: Small Bits
- Platzieren Sie einen kleinen Bohrer in der ROI
- Klicken Sie auf Capture, um ein Trainingsbild aufzunehmen
- Beschriften Sie das Bild als "Small"
- Wiederholen Sie dies mit 4 weiteren kleinen Bohrern (unterschiedliche Orientierungen/Positionen)
Klasse 2: Medium Bits
- Platzieren Sie einen mittleren Bohrer in der ROI
- Aufnehmen und beschriften als "Medium"
- Wiederholen Sie dies 4 weitere Male mit verschiedenen mittleren Bohrern
Klasse 3: Large Bits
- Platzieren Sie einen großen Bohrer in der ROI
- Aufnehmen und beschriften als "Large"
- Wiederholen Sie dies 4 weitere Male mit verschiedenen großen Bohrern
5.4 Best Practices für Trainingsbilder
| Best Practice | Warum wichtig |
|---|---|
| Unterschiedliche Beispiele verwenden | Verbessert die Modellgeneralisierung |
| Orientierungen variieren | Berücksichtigt Positionsschwankungen in der Realität |
| Grenzfälle einbeziehen | Bessere Grenzerkennung zwischen Klassen |
| Konsistente Beleuchtung beibehalten | Reduziert beleuchtungsabhängige Fehler |
| Mindestens 5 Bilder | Stellt ausreichende Trainingsdaten bereit |
5.5 Labels überprüfen und verifizieren
- Alle gelabelten Bilder doppelt überprüfen
- Korrekte Klassenzuweisungen sicherstellen
- Falsch gelabelte Beispiele entfernen
5.6 Modelltraining starten
- Klicken Sie auf
Train Classification Model - Trainingsmodus wählen:
- Fast: Schnelles Training für Tests (2-5 Minuten)
- Accurate: Training in Produktionsqualität (10-20 Minuten)
- Anzahl der Iterationen auswählen:
- Mehr Iterationen = Bessere Genauigkeit
- Mehr Iterationen = Längere Trainingszeit
- Klicken Sie auf
Start Training
5.7 Trainingsfortschritt überwachen
Das Trainingsfortschritts-Modal zeigt:
- Aktuelle Iterationsnummer
- Trainingsgenauigkeit in Prozent
- Geschätzte Fertigstellungszeit
Trainingssteuerung:
- Abort Training: Training bei Bedarf abbrechen
- Finish Training Early: Stoppen, wenn die Genauigkeit ausreichend ist
Trainingstipps:
- Das Training stoppt automatisch, wenn die Zielgenauigkeit erreicht ist
- Eine Genauigkeit von 85 % oder mehr ist in der Regel für den Produktionseinsatz ausreichend
- Sie können bei geringer Genauigkeit mit mehr Bildern erneut trainieren
✅ Checkpoint: Ihr Modell sollte eine Trainingsgenauigkeit von >85 % erreichen.
Schritt 6: Klassifikator testen
6.1 Live-Vorschau aufrufen
- Klicken Sie auf
Live Previewnach Abschluss des Trainings - Platzieren Sie verschiedene Bohrer in der ROI
- Beobachten Sie die Klassifizierungsergebnisse:
- Vorhergesagter Klassenname
- Konfidenz in Prozent
- Klassifizierungszeit
6.2 Validierungstests
Testen Sie jede Klasse systematisch:
| Testtyp | Erwartetes Ergebnis | Maßnahme bei Fehlschlag |
|---|---|---|
| Bekannter kleiner Bohrer | Klassifiziert als "Small" >80 % Konfidenz | Mehr Trainingsbilder hinzufügen |
| Bekannter mittlerer Bohrer | Klassifiziert als "Medium" >80 % Konfidenz | Labeling-Genauigkeit überprüfen |
| Bekannter großer Bohrer | Klassifiziert als "Large" >80 % Konfidenz | Mit mehr Beispielen neu trainieren |
| Leere ROI | Keine Klassifizierung oder geringe Konfidenz | Konfidenzschwellen anpassen |
6.3 Fehlerbehebung bei Klassifizierungsproblemen
| Problem | Mögliche Ursachen | Lösungen |
|---|---|---|
| Geringe Konfidenz | Unzureichende Trainingsdaten | Mehr Trainingsbilder hinzufügen |
| Falsche Klassifizierungen | Schlechte Bildqualität | Beleuchtung/Fokus verbessern |
| Inkonsistente Ergebnisse | ROI enthält Hintergrundrauschen | ROI-Größe reduzieren |
| Klassen werden verwechselt | Ähnlich aussehende Objekte | Mehr unterscheidende Beispiele hinzufügen |
Schritt 7: Pass/Fail-Logik konfigurieren
7.1 Zum IO Block navigieren
Stellen Sie sicher, dass alle AI-Blöcke trainiert sind (grüner Status), bevor Sie fortfahren:
- Klicken Sie auf "IO Block" im Breadcrumb-Menü, ODER
- Wählen Sie "Configure I/O" im Recipe Editor
7.2 Classification Logic Node finden
- Suchen Sie den "Classification Block Logic Node" (lila Node)
- Falls nicht vorhanden: Aus dem Node-Menü auf der linken Seite ziehen
Node-Farben: Lila Nodes repräsentieren Overview Logic Blocks für AI-Operationen.
7.3 Classification Logic konfigurieren
- Doppelklicken Sie auf den Classification Logic Node
- Einstellungen konfigurieren:
ROI-Auswahl
- Wählen Sie Ihre ROI aus dem Dropdown "Region of Interest (ROI)"
Konfidenzschwelle
- Konfidenzschwelle festlegen (typischerweise 70-85 %)
- Höhere Schwelle = Strengere Klassifizierung
- Niedrigere Schwelle = Tolerantere Klassifizierung
Auswahl der Zielklasse
- Zielklasse auswählen für "Pass"-Ergebnisse
- Beispiel: "Medium" auswählen, wenn nur mittlere Bohrer bestehen sollen
Logik mit mehreren ROIs (Erweitert)
- Weitere ROIs hinzufügen bei Bedarf
- Logik wählen: "Any" oder "All" Regeln müssen erfüllt sein
7.4 Beispielkonfigurationen für Pass/Fail
Konfiguration 1: Größenspezifischer Pass
ROI: Drill_Bit_ROI
Target Class: Medium
Confidence: 80%
Logic: Pass only medium drill bits
Konfiguration 2: Größenbereich-Pass
ROI: Drill_Bit_ROI
Target Classes: Medium OR Large
Confidence: 75%
Logic: Pass medium or large bits
Konfiguration 3: Kleine Bohrer ausschließen
ROI: Drill_Bit_ROI
Target Class: NOT Small
Confidence: 85%
Logic: Fail if classified as small
7.5 Logik-Konfiguration bereitstellen
- Klicken Sie auf
Donein der oberen rechten Ecke - Klicken Sie auf
Deployin der oberen rechten Ecke des Node-RED Editors - Erfolgsmeldung der Bereitstellung überprüfen
Schritt 8: Abschließende Tests und Validierung
8.1 End-to-End-Tests
Testen Sie den vollständigen Inspektionsworkflow:
- Testobjekte platzieren im Inspektionsbereich
- Inspektion auslösen (manuell oder automatisch)
- Ergebnisse überprüfen:
- Korrekte Klassifizierung angezeigt
- Korrekte Pass/Fail-Anzeige
- Konsistente Zeitleistung
8.2 Checkliste zur Produktionsvalidierung
| Testfall | Erwartetes Ergebnis | ✓ |
|---|---|---|
| Objekt der Zielklasse | Pass-Ergebnis | ☐ |
| Objekt nicht der Zielklasse | Fail-Ergebnis | ☐ |
| Leerer ROI | Fail-Ergebnis | ☐ |
| Teilweise verdecktes Objekt | Angemessenes Konfidenzniveau | ☐ |
| Schlechte Lichtverhältnisse | Konsistente Leistung | ☐ |
8.3 Leistungsoptimierung
Falls die Ergebnisse nicht zufriedenstellend sind:
- Weitere Trainingsbilder hinzufügen (insbesondere Grenzfälle)
- Konfidenzschwellen anpassen
- Beleuchtungskonsistenz verbessern
- ROI-Positionierung verfeinern
- Neutraining im Modus "Accurate"
Herzlichen Glückwunsch!
Sie haben erfolgreich Ihr erstes Klassifizierungsmodell erstellt! Ihr OV10i System kann nun:
- Automatisch identifizieren verschiedene Bohrergrößen
- Pass/Fail-Logik anwenden basierend auf Klassifizierungsergebnissen
- Konfidenzwerte bereitstellen für jede Klassifizierung
- In Produktionsworkflows integrieren über I/O-Steuerungen
Nächste Schritte
Nachdem Sie die Klassifizierung mit einem einzelnen ROI gemeistert haben, können Sie Folgendes erkunden:
Erweiterte Klassifizierungstechniken
- Klassifizierung mit mehreren ROIs für komplexe Teile
- Hierarchische Klassifizierung für detaillierte Kategorisierung
- Kombinierte Inspektion (Klassifizierung + Fehlererkennung)
Produktionsintegration
- PLC-Kommunikation für automatisierte Sortierung
- Datenprotokollierung zur Qualitätsverfolgung
- Rezeptverwaltung für mehrere Produktlinien
Modelloptimierung
- Transfer Learning für ähnliche Produkte
- Active Learning zur kontinuierlichen Verbesserung
- Leistungsüberwachung und Zeitpläne für Neutraining
🔗 Siehe auch
Leitfaden zur Fehlerbehebung
Häufige Probleme und Lösungen
| Problem | Symptom | Lösung |
|---|---|---|
| Geringe Genauigkeit | Klassifizierungen häufig falsch | Vielfältigere Trainingsbilder hinzufügen |
| Langsame Leistung | Lange Verarbeitungszeiten | ROI-Größe reduzieren, Beleuchtung optimieren |
| Inkonsistente Ergebnisse | Dasselbe Objekt liefert unterschiedliche Ergebnisse | Teilepositionierung verbessern, Fokus prüfen |
| Fehlalarme | Leerer ROI zeigt Klassifizierung | Konfidenzschwelle erhöhen |
| Training schlägt fehl | Modell trainiert nicht erfolgreich | Bildqualität prüfen, mindestens 5 Bilder pro Klasse sicherstellen |
Hilfe erhalten
Falls Sie auf Probleme stoßen, die in diesem Tutorial nicht behandelt werden:
- Konsultieren Sie die Troubleshooting-Anleitungen in der Dokumentation
- Überprüfen Sie die Systemprotokolle auf Fehlermeldungen
- Kontaktieren Sie den Overview Support mit:
- Rezept-Exportdatei
- Beispielbildern, die das Problem zeigen
- Details zur Systemkonfiguration
Tutorial abgeschlossen! Sie verfügen nun über ein funktionsfähiges Klassifikationssystem, das bereit für den Produktiveinsatz ist. Denken Sie daran, die Leistung regelmäßig zu validieren und Ihr Modell bei Bedarf neu zu trainieren, um die Genauigkeit langfristig aufrechtzuerhalten.