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Triggermodi (Manual, Digital, Sensor)

Diese Seite erläutert die fünf im OV10i-System verfügbaren Triggermodi und wie diese für unterschiedliche Inspektionsszenarien und Automatisierungsanforderungen konfiguriert werden.

Übersicht der Triggermodi

Das OV10i bietet fünf verschiedene Triggermodi, um unterschiedliche Produktionsumgebungen und Automatisierungsanforderungen abzudecken:

  • Manual – Trigger über HMI-Bildschirm
  • Hardware – Elektrischer Signaltrigger
  • PLC – Kommunikation mit Industriesteuerungen
  • Aligner Trigger – Automatische Auslösung bei erkannter Bauteilausrichtung
  • Interval Trigger – Zeitgesteuerte automatische Auslösung

Manual Trigger-Modus

Was ist Manual Triggering?

Manual Triggering ermöglicht es Bedienern, Inspektionen direkt über die HMI-Oberfläche mithilfe einer Bildschirm-Capture-Schaltfläche zu initiieren.

Funktionsweise:

  • Bediener klickt in der HMI-Oberfläche auf die Schaltfläche Capture
  • Kamera erfasst und verarbeitet das Bild sofort
  • Ergebnisse werden in Echtzeit auf dem HMI-Bildschirm angezeigt

Beste Anwendungsfälle:

  • Einrichtung und Test – Rezeptentwicklung und -validierung
  • Produktion mit geringem Volumen – Gelegentliche Qualitätsprüfungen
  • Schulung und Demonstration – Vermittlung der Systemfunktionalität an Bediener
  • Fehlersuche – Manuelle Überprüfung von Inspektionsergebnissen

Konfiguration:

  • Triggermodus in Imaging Setup > Photometric Control auf Manual setzen
  • Keine zusätzlichen Hardwareverbindungen erforderlich
  • Zugriff über die Capture-Steuerung auf der HMI-Seite

Hardware Trigger-Modus

Was ist Hardware Triggering?

Hardware Triggering verwendet elektrische Signale, die direkt an die Digital-Input-Pins der Kamera gesendet werden, um Inspektionen zu initiieren.

Elektrische Verbindung:

  • Trigger-Eingangspin: Digital Input (DI) am M12 A-codierten 17-poligen Stecker
  • Signaltyp: Pull-to-GND zur Aktivierung des Eingangs
  • Spannung: Kompatibel mit 24-V-Industriesystemen
  • Reaktion: Sofortige Erfassung bei Signalwechsel

HWtrigger

Funktionsweise:

  1. Externes Gerät sendet elektrisches Signal an den Triggereingang der Kamera
  2. Kamera erkennt die fallende Flanke des Signals
  3. Inspektionszyklus startet automatisch
  4. Ergebnisse stehen über digitale Ausgänge oder Kommunikationsprotokolle zur Verfügung

Beste Anwendungsfälle:

  • Hochgeschwindigkeits-Produktionslinien – Integration in Förderbänder
  • Sensorgesteuerte Systeme – Näherungssensoren, fotoelektrische Sensoren
  • Einfache Automatisierung – Direkte elektrische Integration ohne PLC
  • Nachrüstanwendungen – Hinzufügen von Bildverarbeitung zu bestehenden Maschinen

Konfiguration:

  • Triggermodus in Imaging Setup > Photometric Control auf Hardware setzen
  • Triggerquelle mit dem vorgesehenen Digital-Input-Pin verbinden
  • Signalpolarität und Erkennung der fallenden Flanke konfigurieren

PLC Trigger-Modus

Was ist PLC Triggering?

PLC Triggering ermöglicht eine anspruchsvolle Kommunikation zwischen der Kamera und speicherprogrammierbaren Steuerungen über industrielle Ethernet-Protokolle.

Kommunikationsprotokolle:

  • Ethernet/IP – Allen-Bradley, Rockwell Automation PLCs
  • Profinet – Siemens-, Mitsubishi-, Omron-PLCs über Ethernet
  • Industrial Ethernet – Universelle Konnektivität für die wichtigsten PLC-Marken

Signalflussablauf:

  1. PLC Trigger Command – PLC sendet Triggeranforderung an die Kamera
  2. Trigger Acknowledge – Kamera bestätigt den Empfang des Triggers
  3. Exposure Complete – Kamera signalisiert Abschluss der Bilderfassung
  4. Inspection Complete – Kamera meldet Abschluss der Verarbeitung
  5. Pass/Fail Result – Endgültiges Inspektionsergebnis wird an die PLC gesendet

Erweiterte Funktionen:

  • Trigger-ID-Tracking – 16-Bit-Rolling-ID zur Korrelation
  • Busy-Signal-Überwachung – Statusrückmeldung der Kamera an die PLC
  • Bidirektionale Kommunikation – Vollständiger Datenaustausch
  • Rezeptauswahl – PLC kann zwischen Inspektionsrezepten umschalten

Beste Anwendungsfälle:

  • Komplexe Automatisierungssysteme – Mehrstationen-Produktionslinien
  • Datenintegration – Manufacturing Execution Systems (MES)
  • Rezeptverwaltung – Automatische Inspektionsumschaltung
  • Qualitätsverfolgung – Detailliertes Produktionsreporting

Konfiguration:

  • Triggermodus in Imaging Setup > Photometric Control auf PLC Trigger setzen
  • Netzwerkkommunikationsprotokoll konfigurieren
  • PLC-Logik für die Triggersequenzierung einrichten
  • Datenaustauschparameter zuordnen

Aligner Trigger-Modus

Was ist Aligner Triggering?

Aligner Triggering initiiert Inspektionen automatisch, wenn das Template-Alignment-System ein Bauteil im Sichtfeld erfolgreich lokalisiert und ausrichtet.

hinweis

Dies gilt als Software-Triggermodus und ist möglicherweise nicht für alle Produktionsszenarien ideal.

Funktionsweise:

  1. Template Matching – Kamera sucht kontinuierlich nach dem Ausrichtungsmuster
  2. Part Detection – Aligner lokalisiert das Bauteil anhand der Template-Regionen
  3. Confidence Check – Ausrichtungskonfidenz überschreitet den Schwellenwert
  4. Automatic Trigger – Inspektion startet ohne externes Signal
  5. ROI Adjustment – ROIs (Regions of Interest) werden an die erkannte Bauteilposition angepasst

Template-Konfiguration:

  • Template-Regionen – Rechteck- oder Kreismuster zur Kantenerkennung
  • Rotationsbereich – 0–180 Grad Toleranz für die Bauteilausrichtung
  • Empfindlichkeit – Einstellung der Kantenerkennungsempfindlichkeit
  • Confidence-Schwellenwert – Minimale Ausrichtungskonfidenz (0,6–0,9 empfohlen)
  • Suchbereiche – Eingegrenzte Bereiche zur Verbesserung von Geschwindigkeit und Genauigkeit

Beste Anwendungsfälle:

  • Variable Bauteilpositionierung – Bauteile, die nicht konsistent fixiert sind
  • Roboterpräsentation – Pick-and-Place-Anwendungen
  • Flexible Produktion – Mehrere Bauteilausrichtungen
  • Automatisierte Zuführsysteme – Vibrationswendelförderer, Förderbänder

Einschränkungen:

  • ⚠️ Softwareabhängigkeit – Beruht auf der Leistung des Ausrichtungsalgorithmus
  • ⚠️ Verarbeitungsaufwand – Kontinuierliches Template Matching beeinträchtigt die Geschwindigkeit
  • ⚠️ Fehlauslösungen – Kann bei ähnlichen, aber falschen Mustern auslösen

Konfiguration:

  • Triggermodus in Imaging Setup > Photometric Control auf Aligner Trigger setzen
  • Template-Bild und Ausrichtungsregionen konfigurieren
  • Konfidenzschwellen und Suchbereiche festlegen
  • Ausrichtungszuverlässigkeit über verschiedene Bauteilvarianten hinweg testen

Interval Trigger-Modus

Was ist Interval Triggering?

Interval Triggering erfasst Bilder automatisch in vordefinierten Zeitintervallen – nützlich für die kontinuierliche Überwachung und periodische Qualitätskontrollen.

Funktionsweise:

  • Timer-Konfiguration – Inspektionsintervall festlegen (Sekunden, Minuten, Stunden)
  • Automatischer Zyklus – Kamera löst in festgelegten Intervallen aus
  • Kontinuierlicher Betrieb – Läuft unabhängig ohne externe Signale
  • Zeitstempel-Protokollierung – Jede Aufnahme wird mit präziser Zeitangabe protokolliert

Zeitoptionen:

  • Feste Intervalle – Regelmäßige periodische Inspektionen
  • Konfigurierbare Dauer – Sekunden bis Stunden zwischen den Aufnahmen
  • Start/Stop-Steuerung – Manuelle Übersteuerungsmöglichkeiten
  • Zeitplanintegration – Mögliche Integration mit Produktionsplänen

Beste Anwendungsfälle:

  • Prozessüberwachung – Kontinuierliche Qualitätsüberwachung
  • Langsame Produktion – Niederfrequente Inspektionsanforderungen
  • Umweltüberwachung – Periodische Zustandsprüfungen
  • Datenerfassung – Stichprobenahme für statistische Prozesskontrolle

Konfiguration:

  • Triggermodus in Imaging Setup > Photometric Control auf Interval setzen
  • Intervall-Zeitparameter konfigurieren
  • Start-/Stopp-Bedingungen festlegen
  • Anforderungen an die Datenprotokollierung definieren

Leitfaden zur Auswahl des Triggermodus

TriggermodusGeschwindigkeitAutomatisierungsgradEinrichtungskomplexitätGeeignet für
ManualLangsamManuellEinfachTest, Einrichtung
HardwareSchnellMittelMittelHochgeschwindigkeitslinien
PLCSchnellHochKomplexKomplexe Automatisierung
AlignerVariabelHochMittelVariable Positionierung
IntervalPeriodischHochEinfachÜberwachung

Hardware-Hinweise

Elektrische Spezifikationen

  • Spannungsbereich: 19–24 VDC Eingang
  • Signallogik: Pull-to-GND zur Aktivierung der Eingänge
  • Ausgangsstrom: Max. 100 mA pro Ausgang (im aktiven Zustand gegen GND geschaltet)
  • Thermischer Schutz: Integrierte Thermosicherung für digitale Masse

🔗 Siehe auch