KI-GESTÜTZTE DOKUMENTATION
Was möchten Sie wissen?
Klassifikator trainieren
Diese Anleitung zeigt Ihnen, wie Sie ein Klassifikationsmodell auf dem OV10i-Kamerasystem konfigurieren und trainieren. Verwenden Sie dieses Verfahren, wenn Sie Objekte automatisch anhand visueller Merkmale in verschiedene Klassen kategorisieren möchten.
Sehen Sie dieses Thema in Aktion: OV Auto-Defect Creator Studio
Wann Klassifikation verwenden: Sortierung von Teilen nach Typ, Größe, Farbe oder Zustand; Identifizierung verschiedener Produktvarianten; Qualitätskontrolle mit mehreren akzeptablen Kategorien.
Voraussetzungen
- Aktives Rezept mit konfigurierten Bildgebungseinstellungen
- Vorlagenbild und Ausrichtung abgeschlossen (oder übersprungen)
- Inspektions-ROI(s) definiert
- Beispielobjekte, die jede zu erkennende Klasse repräsentieren
Schritt 1: Auf Klassifikationsblock zugreifen
1.1 Zur Klassifikation navigieren
- Klicken Sie auf "Classification Block" im Breadcrumb-Menü, ODER
- Wählen Sie aus dem Dropdown in der Navigationsleiste

1.2 Voraussetzungen überprüfen
Stellen Sie sicher, dass die folgenden Blöcke einen grünen Status anzeigen:
- ✅ Imaging Setup
- ✅ Template and Alignment (oder übersprungen)
- ✅ Inspection Setup

Schritt 2: Klassifikationsklassen erstellen
2.1 Klassen definieren
- Klicken Sie auf
Editunter "Inspection Types" - Fügen Sie Klassen hinzu für jede zu erkennende Kategorie
2.2 Jede Klasse konfigurieren
Für jede Klasse:
- Klassennamen eingeben: Verwenden Sie aussagekräftige Namen (z. B. "Small", "Medium", "Large")
- Klassenfarbe auswählen: Wählen Sie unterschiedliche Farben zur visuellen Identifikation
- Beschreibung hinzufügen: Optionale Details zur Klasse
- Klicken Sie auf
Save

2.3 Best Practices für die Klassenbenennung
| Gute Namen | Schlechte Namen |
|---|---|
| Small_Bolt, Medium_Bolt, Large_Bolt | Type1, Type2, Type3 |
| Red_Cap, Blue_Cap, Green_Cap | Color1, Color2, Color3 |
| Good_Part, Defective_Part | Pass, Fail |
| Screw_PhillipsHead, Screw_Flathead | A, B |
Schritt 3: Trainingsbilder aufnehmen
3.1 Bildaufnahmeprozess
Nehmen Sie für jede Klasse mindestens 5 Bilder auf (10+ empfohlen):
- Platzieren Sie ein Objekt, das die Klasse repräsentiert, im Inspektionsbereich
- Stellen Sie sicher, dass das Objekt innerhalb der ROI-Grenzen liegt
- Klicken Sie auf
Capture, um ein Trainingsbild aufzunehmen - Wählen Sie die entsprechende Klasse aus dem Dropdown
- Klicken Sie auf
Save, um das beschriftete Bild zu speichern - Wiederholen Sie den Vorgang mit verschiedenen Beispielen derselben Klasse

3.2 Anforderungen an Trainingsdaten
| Klasse | Mindestanzahl Bilder | Empfohlene Bilder | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Jede Klasse | 5 | 10-15 | Mehr Bilder = höhere Genauigkeit |
| Gesamtdatensatz | 15+ | 30-50+ | Ausgewogen über alle Klassen |
| Grenzfälle | 2-3 pro Klasse | 5+ pro Klasse | Grenzwertige Beispiele |
3.3 Best Practices für Trainingsbilder
Empfohlen:
- Verwenden Sie verschiedene Beispiele innerhalb jeder Klasse
- Variieren Sie Objektausrichtungen und -positionen
- Sorgen Sie für gute Lichtverhältnisse
- Erfassen Sie Grenzfälle und grenzwertige Beispiele
- Behalten Sie eine konsistente ROI-Rahmung bei
Nicht empfohlen:
- Identische Objekte wiederholt verwenden
- Mehrere Objekte in einer ROI einbeziehen
- Klassen in einzelnen Bildern vermischen
- Unscharfe oder schlecht beleuchtete Bilder verwenden
- ROI-Größe zwischen Aufnahmen ändern
3.4 Qualitätskontrolle
Nach jeder Bildaufnahme:
- Bildqualität überprüfen in der Vorschau
- Korrekte Klassenzuordnung verifizieren
- Bilder mit schlechter Qualität löschen über die Schaltfläche
Delete - Bei Bedarf erneut aufnehmen
Schritt 4: Trainingsparameter konfigurieren
4.1 Zugriff auf Trainingseinstellungen
- Schaltfläche
Train Classification Modelklicken
4.2 Trainingsmodus auswählen
Wählen Sie nach Ihren Anforderungen:
| Trainingsmodus | Dauer | Genauigkeit | Anwendungsfall |
|---|---|---|---|
| Fast | 2-5 Minuten | Gut für Tests | Initiale Modellvalidierung |
| Balanced | 5-15 Minuten | Produktionsreif | Die meisten Anwendungen |
| Accurate | 15-30 Minuten | Höchste Präzision | Kritische Anwendungen |

4.3 Iterationsanzahl festlegen
Manuelle Iterationseinstellung:
- Niedrig (50-100): Schnelle Tests, grundlegende Genauigkeit
- Mittel (200-500): Produktionsqualität
- Hoch (500+): Maximale Genauigkeit, langsameres Training
4.4 Erweiterte Einstellungen (Optional)
Batch Size:
- Kleinere Batches: Stabileres Training, langsamer
- Größere Batches: Schnelleres Training, möglicherweise weniger stabil
Learning Rate:
- Niedrigere Werte: Stabiler, langsameres Lernen
- Höhere Werte: Schnelleres Lernen, Risiko von Instabilität
Empfehlung: Verwenden Sie die Standardeinstellungen, sofern Sie keine spezifischen Leistungsanforderungen haben.

Schritt 5: Trainingsprozess starten
5.1 Training initialisieren
- Trainingskonfiguration überprüfen
Start Trainingklicken- Fortschritt überwachen im Trainings-Dialog
5.2 Fortschrittsanzeigen des Trainings
Folgende Metriken überwachen:
- Current Iteration: Fortschritt durch die Trainingszyklen
- Training Accuracy: Modellleistung auf den Trainingsdaten
- Estimated Time: Verbleibende Trainingsdauer
- Loss Value: Modellfehler (sollte mit der Zeit abnehmen)

5.3 Trainingssteuerung
Verfügbare Aktionen während des Trainings:
- Abort Training: Training sofort abbrechen
- Finish Early: Stoppen, wenn aktuelle Genauigkeit ausreicht
- Extend Training: Bei Bedarf weitere Iterationen hinzufügen
5.4 Abschluss des Trainings
Das Training stoppt automatisch, wenn:
- Zielgenauigkeit erreicht wurde (typischerweise 95 %+)
- Maximale Iterationen abgeschlossen sind
- Der Benutzer das Training manuell beendet
Schritt 6: Modellleistung bewerten
6.1 Trainingsergebnisse überprüfen
Finale Metriken prüfen:
- Final Accuracy: Sollte für den Produktiveinsatz >85 % betragen
- Training Time: Dauer für künftige Referenz notieren
- Convergence: Stabilisierung der Genauigkeit verifizieren
6.2 Qualitätsindikatoren des Modells
| Genauigkeitsbereich | Qualitätsstufe | Empfehlung |
|---|---|---|
| 95 %+ | Exzellent | Bereit für den Produktiveinsatz |
| 85-94 % | Gut | Für die meisten Anwendungen geeignet |
| 75-84 % | Ausreichend | Mehr Trainingsdaten in Erwägung ziehen |
| <75 % | Schlecht | Mit mehr/besseren Bildern neu trainieren |
6.3 Fehlerbehebung bei schlechter Leistung
| Problem | Wahrscheinliche Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Niedrige Genauigkeit (<75 %) | Unzureichende Trainingsdaten | Mehr gelabelte Bilder hinzufügen |
| Training verbessert sich nicht | Schlechte Bildqualität | Beleuchtung/Fokus verbessern |
| Klassen werden verwechselt | Ähnlich aussehende Objekte | Mehr unterscheidende Beispiele hinzufügen |
| Overfitting | Zu wenige Bilder pro Klasse | Datensatz über die Klassen ausbalancieren |
Schritt 7: Klassifizierungsleistung testen
7.1 Live-Test
- Klicken Sie auf
Live Preview, um auf den Echtzeittest zuzugreifen - Platzieren Sie Testobjekte im Inspektionsbereich
- Beobachten Sie die Klassifizierungsergebnisse:
- Vorhergesagter Klassenname
- Konfidenzprozentsatz
- Verarbeitungszeit
7.2 Validierungstest
Systematischer Validierungsprozess:
| Testobjekt | Erwartete Klasse | Tatsächliches Ergebnis | Konfidenz | Bestanden/Nicht bestanden |
|---|---|---|---|---|
| Bekanntes Objekt der Klasse A | Klasse A | _____ | ____% | ☐ |
| Bekanntes Objekt der Klasse B | Klasse B | _____ | ____% | ☐ |
| Grenzfall-Beispiel | Klasse A oder B | _____ | ____% | ☐ |
| Unbekanntes Objekt | Niedrige Konfidenz | _____ | ____% | ☐ |
7.3 Leistungsvalidierung
Überprüfen Sie diese Aspekte:
- Genauigkeit: Korrekte Klassifizierungen für bekannte Objekte
- Konfidenz: Hohe Konfidenz (>80 %) für eindeutige Beispiele
- Konsistenz: Wiederholbare Ergebnisse für dasselbe Objekt
- Geschwindigkeit: Akzeptable Verarbeitungszeit für Ihre Anwendung
Schritt 8: Modelloptimierung
8.1 Wenn die Leistung unbefriedigend ist
Iterativer Verbesserungsprozess:
- Problembereiche identifizieren:
- Welche Klassen werden verwechselt?
- Welche Objekte werden falsch klassifiziert?
- Sind die Konfidenzwerte angemessen?
- Gezielte Trainingsdaten hinzufügen:
- Mehr Beispiele für verwechselte Klassen
- Grenzfälle und Borderline-Beispiele
- Unterschiedliche Beleuchtungs-/Positionierungsbedingungen
- Modell erneut trainieren:
- Verwenden Sie den Modus "Accurate" für bessere Leistung
- Erhöhen Sie die Anzahl der Iterationen
- Überwachen Sie die Verbesserung der Genauigkeit
8.2 Erweiterte Optimierung
Für kritische Anwendungen:
- Datenaugmentation: Verwenden Sie unterschiedliche Beleuchtungen und Positionen
- Transfer Learning: Starten Sie mit ähnlichen trainierten Modellen
- Ensemble-Methoden: Kombinieren Sie mehrere Modelle
- Regelmäßiges erneutes Training: Aktualisieren Sie mit neuen Produktionsdaten
Schritt 9: Konfiguration abschließen
9.1 Modell speichern
- Überprüfen Sie die zufriedenstellende Leistung
- Das Modell wird automatisch gespeichert, wenn das Training abgeschlossen ist
- Notieren Sie die Modellversion für die Dokumentation
9.2 Dokumentation
Erfassen Sie diese Details:
- Trainingsdatum und -version
- Anzahl der Bilder pro Klasse
- Verwendeter Trainingsmodus und Iterationen
- Erreichte endgültige Genauigkeit
- Besondere Überlegungen
9.3 Konfigurations-Backup
- Rezept exportieren für die Sicherung
- Trainingsbilder separat speichern, falls erforderlich
- Modellparameter dokumentieren
Erfolg! Ihr Classifier ist einsatzbereit
Ihr trainiertes Klassifizierungsmodell kann jetzt:
- Objekte automatisch kategorisieren in definierte Klassen
- Konfidenzwerte bereitstellen für jede Vorhersage
- Bilder in Echtzeit verarbeiten für den Produktionseinsatz
- In I/O-Logik integrieren für automatisierte Entscheidungsfindung
Laufende Wartung
Regelmäßige Modellaktualisierungen
- Überwachen Sie die Leistung im Laufe der Zeit
- Fügen Sie neue Trainingsdaten hinzu nach Bedarf
- Trainieren Sie regelmäßig neu, um die Genauigkeit aufrechtzuerhalten
- Aktualisieren Sie Klassen für neue Produktvarianten
Leistungsüberwachung
- Verfolgen Sie Genauigkeitsmetriken in der Produktion
- Identifizieren Sie Drift in der Modellleistung
- Planen Sie ein erneutes Training basierend auf Leistungsverschlechterung
Nächste Schritte
Nach dem Training Ihres Classifiers:
- Konfigurieren Sie die I/O-Logik für Pass/Fail-Entscheidungen
- Richten Sie Produktions-Workflows im IO Block ein
- Testen Sie das komplette Inspektionssystem durchgängig
- Einsatz in der Produktionsumgebung
Häufige Fallstricke
| Fallstrick | Auswirkung | Vermeidung |
|---|---|---|
| Unzureichende Trainingsdaten | Geringe Genauigkeit | 10+ Bilder pro Klasse verwenden |
| Unausgewogene Klassen | Verzerrte Vorhersagen | Gleiche Bilderanzahl pro Klasse |
| Schlechte Bildqualität | Inkonsistente Ergebnisse | Beleuchtung und Fokus optimieren |
| Zu ähnliche Klassen | Verwechselte Klassifizierungen | Eindeutige Klassendefinitionen wählen |
| Keine Validierungstests | Ausfälle im Produktivbetrieb** | Stets mit unbekannten Objekten testen |