KI-GESTÜTZTE DOKUMENTATION
Was möchten Sie wissen?
Verwendung eines Klassifikators (Beispiel mit einer einzelnen ROI)
Dieses Tutorial führt Sie durch die Erstellung Ihres ersten Klassifizierungsmodells auf dem OV20i Kamerasystem. Sie lernen, wie Sie einen Klassifikator mit einer einzelnen Region of Interest (ROI) einrichten, um verschiedene Objekttypen automatisch zu identifizieren und zu kategorisieren – in diesem Beispiel verschiedene Bohrergrößen.
Was Sie erstellen: Ein funktionierendes Klassifizierungsmodell, das verschiedene Bohrergrößen automatisch identifizieren und mit konfigurierbarer Pass/Fail-Logik sortieren kann.
Geschätzte Dauer: 45–60 Minuten
Schwierigkeitsgrad: Anfänger
Voraussetzungen: OV20i Kamerasystem eingerichtet und verbunden
Schritt 1: Neues Klassifizierungs-Rezept erstellen
1.1 Rezepterstellung aufrufen
- Navigieren Sie zur Seite All Recipes in Ihrer OV20i Oberfläche
- Klicken Sie auf
+ New Recipein der oberen rechten Ecke
1.2 Rezepteinstellungen konfigurieren
Das Modal Add A New Recipe wird angezeigt:
- Rezeptnamen eingeben: Verwenden Sie einen aussagekräftigen Namen wie „Drill_Bit_Classification_v1"
- Tipp zur Benennung: Fügen Sie den Objekttyp und die Version hinzu, um eine einfache Identifikation zu ermöglichen
- Rezepttyp auswählen: Wählen Sie "Classification" aus dem Dropdown-Menü
- Klicken Sie auf
OK, um das Rezept zu erstellen
1.3 Rezept aktivieren und Rezept-Editor öffnen
- Suchen Sie Ihr neues Rezept in der Liste All Recipes (es wird als „Inactive" angezeigt)
- Klicken Sie auf
Activateauf der rechten Seite des Rezepteintrags - Klicken Sie auf
Activate and go to editor, um zu bestätigen und den Rezept-Editor zu starten
✅ Checkpoint: Das Rezept ist nun „Active" und der Rezept-Editor wird angezeigt.
Schritt 2: Kamera-Bildeinstellungen konfigurieren
2.1 Bildkonfiguration öffnen
- Klicken Sie auf
Configure Imagingin der unteren linken Seite des Rezept-Editors
2.2 Fokus-Einstellungen anpassen
Der Fokus ist entscheidend für eine genaue Klassifizierung:
- Positionieren Sie Ihre Bohrer im Sichtfeld der Kamera
- Stellen Sie den Fokus ein, indem Sie entweder:
- den Schieberegler verwenden ODER
- den Wert manuell eingeben
- Testen Sie verschiedene Fokuspositionen, bis die Kanten der Bohrer scharf und klar erscheinen
Fokus-Tipps:
- Verwenden Sie die Live-Vorschau, um Fokusänderungen in Echtzeit zu sehen
- Fokussieren Sie auf die wichtigsten Merkmale (Bohrernuten, Spitzengeometrie)
- Stellen Sie sicher, dass die gesamte Tiefe Ihrer Objekte im Fokus liegt
2.3 Belichtungseinstellungen optimieren
Eine korrekte Belichtung sorgt für eine gleichbleibende Bildqualität:
- Belichtung anpassen über den Schieberegler oder die manuelle Eingabe
- Streben Sie eine ausgewogene Beleuchtung an, bei der:
- Objektdetails deutlich sichtbar sind
- Keine Bereiche überbelichtet sind (reines Weiß)
- Schatten keine wichtigen Merkmale verdecken
2.4 LED-Beleuchtung konfigurieren
Die Beleuchtung hat erheblichen Einfluss auf die Klassifizierungsgenauigkeit:
- LED-Lichtmuster auswählen basierend auf Ihren Objekten:
- Bright Field: Allzweck-Beleuchtung
- Dark Field: Hebt Kanten und Oberflächendefekte hervor
- Side Lighting: Zeigt Textur- und Höhenunterschiede
- Für Bohrer empfiehlt sich:
- Bright Field für die allgemeine Formklassifizierung
- Side Lighting zur Hervorhebung der Nutengeometrie
2.5 Gamma-Einstellungen anpassen
Gamma steuert den Bildkontrast:
- Gamma anpassen, um die Sichtbarkeit von Merkmalen zu verbessern
- Niedrigere Werte hellen dunkle Bereiche auf
- Höhere Werte erhöhen den Kontrast
2.6 Bildgebungseinstellungen speichern
- Überprüfen Sie alle Einstellungen in der Live-Vorschau
- Klicken Sie auf
Save Imaging Settings, um die Konfiguration zu übernehmen
✅ Checkpoint: Ihre Kamera sollte nun konsistente, gut ausgeleuchtete Bilder Ihrer Bohrer erzeugen.
Schritt 3: Vorlagenbild und Ausrichtung konfigurieren
3.1 Zur Ausrichtung navigieren
- Klicken Sie auf "Template Image and Alignment" im Breadcrumb-Menü, ODER
- Verwenden Sie das Dropdown-Menü, um "Template Image and Alignment" auszuwählen
3.2 Aligner überspringen (für dieses Tutorial)
Da Bohrer konsistent platziert werden:
- Wählen Sie
Skip Aligner - Klicken Sie auf
Save, um die Änderungen zu übernehmen
Wann den Aligner verwenden: Verwenden Sie den Aligner, wenn Teile in unterschiedlichen Positionen oder Ausrichtungen ankommen. Für dieses Tutorial gehen wir von einer konsistenten Teileplatzierung aus.
Schritt 4: Inspektions-ROI einrichten
4.1 Zum Inspektions-Setup navigieren
- Klicken Sie auf "Inspection Setup" im Breadcrumb-Menü
4.2 Region of Interest definieren
Die ROI legt fest, wo die Klassifizierung erfolgt:
- Positionieren Sie einen Bohrer im Sichtfeld der Kamera
- Ziehen Sie die ROI-Ecken, um den Bohrer einzurahmen
- Stellen Sie sicher, dass die ROI:
- Den Bohrer vollständig enthält
- Unnötigen Hintergrund ausschließt
- Groß genug für Ihre größte Bohrer-Variante ist
4.3 ROI Best Practices
| Tun | Nicht tun |
|---|---|
| Alle wichtigen Merkmale einbeziehen | ROI zu groß machen (enthält Störungen) |
| Einen kleinen Rand um das Objekt lassen | Teile des Objekts abschneiden |
| Erwartete Objektposition zentrieren | Mehrere Objekte in einer ROI einbeziehen |
| Konsistente ROI-Größe über Bilder hinweg beibehalten | ROI zwischen Aufnahmen ändern |
4.4 ROI-Konfiguration speichern
- Überprüfen Sie die ROI-Positionierung mit verschiedenen Bohrergrößen
- Klicken Sie auf
Save, um die ROI-Einstellungen zu übernehmen
Checkpoint: Ihre ROI sollte Bohrer unabhängig von ihrer spezifischen Größe konsistent einrahmen.
Schritt 5: Klassifizierungsmodell trainieren
5.1 Zum Classification Block navigieren
- Klicken Sie auf "Classification Block" im Breadcrumb-Menü
5.2 Klassifizierungsklassen erstellen
Sie werden Klassen für verschiedene Bohrergrößen erstellen:
Beispielklassen:
- Kleine Bohrer (1–3 mm)
- Mittlere Bohrer (4–6 mm)
- Große Bohrer (7–10 mm)
5.3 Trainingsbilder aufnehmen
Nehmen Sie für jede Klasse mindestens 5 verschiedene Bilder auf:
Klasse 1: Kleine Bohrer
- Platzieren Sie einen kleinen Bohrer in der ROI
- Klicken Sie auf Aufnehmen, um ein Trainingsbild aufzunehmen
- Beschriften Sie das Bild als "Small"
- Wiederholen Sie dies mit 4 weiteren kleinen Bohrern (verschiedene Ausrichtungen/Positionen)
Klasse 2: Mittlere Bohrer
- Platzieren Sie einen mittleren Bohrer in der ROI
- Aufnehmen und beschriften als "Medium"
- Wiederholen Sie dies 4 weitere Male mit verschiedenen mittleren Bohrern
Klasse 3: Große Bohrer
- Platzieren Sie einen großen Bohrer in der ROI
- Aufnehmen und beschriften als "Large"
- Wiederholen Sie dies 4 weitere Male mit verschiedenen großen Bohrern
5.4 Best Practices für Trainingsbilder
| Best Practice | Warum wichtig |
|---|---|
| Verschiedene Beispiele verwenden | Verbessert die Generalisierung des Modells |
| Ausrichtungen variieren | Bewältigt reale Positionierungsvariationen |
| Grenzfälle einbeziehen | Bessere Grenzerkennung zwischen Klassen |
| Konsistente Beleuchtung beibehalten | Reduziert beleuchtungsabhängige Fehler |
| Mindestens 5 Bilder | Liefert ausreichend Trainingsdaten |
5.5 Labels überprüfen und verifizieren
- Alle beschrifteten Bilder doppelt prüfen
- Korrekte Klassenzuweisungen sicherstellen
- Falsch beschriftete Beispiele entfernen
5.6 Modelltraining starten
- Klicken Sie auf
Train Classification Model - Trainingsmodus wählen:
- Fast: Schnelles Training zum Testen (2-5 Minuten)
- Accurate: Training in Produktionsqualität (10-20 Minuten)
- Anzahl der Iterationen wählen:
- Mehr Iterationen = Höhere Genauigkeit
- Mehr Iterationen = Längere Trainingszeit
- Klicken Sie auf
Start Training
5.7 Trainingsfortschritt überwachen
Das Dialogfenster zum Trainingsfortschritt zeigt:
- Aktuelle Iterationsnummer
- Trainingsgenauigkeit in Prozent
- Geschätzte Fertigstellungszeit
Trainingssteuerung:
- Abort Training: Training bei Bedarf abbrechen
- Finish Training Early: Stoppen, wenn die Genauigkeit ausreichend ist
Trainings-Tipps:
- Das Training stoppt automatisch, wenn die Zielgenauigkeit erreicht ist
- Eine Genauigkeit von 85 % oder mehr ist typischerweise für den Produktionseinsatz geeignet
- Bei niedriger Genauigkeit können Sie mit mehr Bildern neu trainieren
✅ Checkpoint: Ihr Modell sollte eine Trainingsgenauigkeit von >85 % erreichen.
Schritt 6: Klassifikator testen
6.1 Live Preview aufrufen
- Klicken Sie nach Abschluss des Trainings auf
Live Preview - Platzieren Sie verschiedene Bohrer in der ROI
- Klassifizierungsergebnisse beobachten:
- Vorhergesagter Klassenname
- Konfidenz in Prozent
- Klassifizierungsdauer
6.2 Validierungstests
Testen Sie jede Klasse systematisch:
| Testtyp | Erwartetes Ergebnis | Maßnahme bei Fehlschlag |
|---|---|---|
| Bekannter kleiner Bohrer | Klassifiziert als "Small" >80 % Konfidenz | Weitere Trainingsbilder hinzufügen |
| Bekannter mittlerer Bohrer | Klassifiziert als "Medium" >80 % Konfidenz | Beschriftungsgenauigkeit überprüfen |
| Bekannter großer Bohrer | Klassifiziert als "Large" >80 % Konfidenz | Mit mehr Beispielen neu trainieren |
| Leere ROI | Keine Klassifizierung oder niedrige Konfidenz | Konfidenzschwellen anpassen |
6.3 Fehlerbehebung bei Klassifizierungsproblemen
| Problem | Mögliche Ursachen | Lösungen |
|---|---|---|
| Niedrige Konfidenz | Unzureichende Trainingsdaten | Weitere Trainingsbilder hinzufügen |
| Falsche Klassifizierungen | Schlechte Bildqualität | Beleuchtung/Fokus verbessern |
| Inkonsistente Ergebnisse | ROI enthält Hintergrundrauschen | ROI-Größe reduzieren |
| Verwechselte Klassen | Ähnlich aussehende Objekte | Weitere unterscheidende Beispiele hinzufügen |
Schritt 7: Pass/Fail-Logik konfigurieren
7.1 Zum IO Block navigieren
Stellen Sie sicher, dass alle AI-Blöcke trainiert sind (grüner Status), bevor Sie fortfahren:
- Klicken Sie auf "IO Block" im Breadcrumb-Menü, ODER
- Wählen Sie "Configure I/O" im Recipe Editor
7.2 Classification Logic Node finden
- Suchen Sie den "Classification Block Logic Node" (lila Knoten)
- Falls nicht vorhanden: Aus dem Knotenmenü auf der linken Seite ziehen
Knotenfarben: Lila Knoten stellen Overview Logic Blocks für AI-Operationen dar.
7.3 Classification Logic konfigurieren
- Doppelklicken Sie auf den Classification Logic Node
- Einstellungen konfigurieren:
ROI-Auswahl
- Wählen Sie Ihre ROI aus dem Dropdown "Inspection Region"
Konfidenzschwelle
- Konfidenzschwelle festlegen (typischerweise 70-85 %)
- Höhere Schwelle = Strengere Klassifizierung
- Niedrigere Schwelle = Tolerantere Klassifizierung
Auswahl der Zielklasse
- Zielklasse auswählen für "Pass"-Ergebnisse
- Beispiel: "Medium" auswählen, wenn nur mittlere Bohrer bestehen sollen
Logik für mehrere ROIs (Erweitert)
- Weitere ROIs hinzufügen, falls erforderlich
- Logik wählen: "Any" oder "All" Regeln müssen erfüllt sein
7.4 Beispielkonfigurationen für Pass/Fail
Konfiguration 1: Größenspezifisches Pass
ROI: Drill_Bit_ROI
Target Class: Medium
Confidence: 80%
Logic: Pass only medium drill bits
Konfiguration 2: Größenbereich Pass
ROI: Drill_Bit_ROI
Target Classes: Medium OR Large
Confidence: 75%
Logic: Pass medium or large bits
Konfiguration 3: Kleine Bohrer ablehnen
ROI: Drill_Bit_ROI
Target Class: NOT Small
Confidence: 85%
Logic: Fail if classified as small
7.5 Logikkonfiguration bereitstellen
- Klicken Sie auf
Donein der oberen rechten Ecke - Klicken Sie auf
Deployin der oberen rechten Ecke des Node-RED Editors - Überprüfen Sie die Bereitstellungserfolgsmeldung
Schritt 8: Abschlusstest und Validierung
8.1 End-to-End-Test
Testen Sie den vollständigen Inspektions-Workflow:
- Platzieren Sie Testobjekte im Inspektionsbereich
- Lösen Sie die Inspektion aus (manuell oder automatisch)
- Überprüfen Sie die Ergebnisse:
- Korrekte Klassifizierung wird angezeigt
- Ordnungsgemäße Pass/Fail-Anzeige
- Konsistente Zeitperformance
8.2 Checkliste zur Produktionsvalidierung
| Testfall | Erwartetes Ergebnis | ✓ |
|---|---|---|
| Objekt der Zielklasse | Pass-Ergebnis | ☐ |
| Objekt einer Nicht-Zielklasse | Fail-Ergebnis | ☐ |
| Leere ROI | Fail-Ergebnis | ☐ |
| Teilweise verdecktes Objekt | Angemessener Konfidenzwert | ☐ |
| Schlechte Lichtverhältnisse | Konsistente Leistung | ☐ |
8.3 Leistungsoptimierung
Wenn die Ergebnisse nicht zufriedenstellend sind:
- Weitere Trainingsbilder hinzufügen (insbesondere Grenzfälle)
- Konfidenzschwellen anpassen
- Beleuchtungskonsistenz verbessern
- ROI-Positionierung verfeinern
- Erneut trainieren im "Accurate"-Modus
Herzlichen Glückwunsch!
Sie haben Ihr erstes Klassifizierungsmodell erfolgreich erstellt! Ihr OV20i System kann jetzt:
- Automatisch verschiedene Bohrergrößen identifizieren
- Pass/Fail-Logik basierend auf Klassifizierungsergebnissen anwenden
- Konfidenzwerte für jede Klassifizierung bereitstellen
- In Produktionsworkflows integrieren über I/O-Steuerungen
Nächste Schritte
Nachdem Sie die Single-ROI-Klassifizierung gemeistert haben, sollten Sie Folgendes erkunden:
Fortgeschrittene Klassifizierungstechniken
- Multi-ROI-Klassifizierung für komplexe Teile
- Hierarchische Klassifizierung für detaillierte Kategorisierung
- Kombinierte Inspektion (Klassifizierung + Fehlererkennung)
Produktionsintegration
- PLC-Kommunikation für automatisiertes Sortieren
- Datenprotokollierung für Qualitätsverfolgung
- Rezeptverwaltung für mehrere Produktlinien
Modelloptimierung
- Transfer Learning für ähnliche Produkte
- Active Learning für kontinuierliche Verbesserung
- Leistungsüberwachung und Umschulungspläne
🔗 Siehe auch
Leitfaden zur Fehlerbehebung
Häufige Probleme und Lösungen
| Problem | Symptom | Lösung |
|---|---|---|
| Schlechte Genauigkeit | Klassifizierungen häufig falsch | Mehr vielfältige Trainingsbilder hinzufügen |
| Langsame Performance | Lange Verarbeitungszeiten | ROI-Größe reduzieren, Beleuchtung optimieren |
| Inkonsistente Ergebnisse | Gleiches Objekt liefert unterschiedliche Ergebnisse | Teilepositionierung verbessern, Fokus überprüfen |
| False Positives | Leere ROI zeigt Klassifizierung an | Konfidenzschwelle erhöhen |
| Training schlägt fehl | Modell lässt sich nicht erfolgreich trainieren | Bildqualität prüfen, mindestens 5 Bilder pro Klasse sicherstellen |
Hilfe erhalten
Wenn Sie auf Probleme stoßen, die in diesem Tutorial nicht behandelt werden:
- Konsultieren Sie die Troubleshooting-Anleitungen in der Dokumentation
- Prüfen Sie die Systemprotokolle auf Fehlermeldungen
- Kontaktieren Sie den Overview-Support mit:
- Rezept-Exportdatei
- Beispielbildern, die das Problem zeigen
- Details zur Systemkonfiguration
Tutorial abgeschlossen! Sie verfügen nun über ein funktionierendes Klassifizierungssystem, das für den Produktionseinsatz bereit ist. Denken Sie daran, die Leistung regelmäßig zu validieren und Ihr Modell bei Bedarf neu zu trainieren, um die Genauigkeit langfristig aufrechtzuerhalten.