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KI-GESTÜTZTE DOKUMENTATION

Was möchten Sie wissen?

Klassifikator trainieren

Diese Anleitung zeigt Ihnen, wie Sie ein Klassifikationsmodell auf dem OV20i-Kamerasystem konfigurieren und trainieren. Verwenden Sie dieses Verfahren, wenn Sie Objekte automatisch anhand visueller Merkmale in verschiedene Klassen einordnen müssen.

Video Guide

Sehen Sie sich dieses Thema in Aktion an: OV Auto-Defect Creator Studio

Wann Klassifikation verwenden: Sortieren von Teilen nach Typ, Größe, Farbe oder Zustand; Identifizieren verschiedener Produktvarianten; Qualitätskontrolle mit mehreren akzeptablen Kategorien.

Voraussetzungen

  • Aktives Rezept mit konfigurierten Imaging-Einstellungen
  • Template-Bild und Ausrichtung abgeschlossen (oder übersprungen)
  • Inspection ROI(s) definiert
  • Beispielobjekte, die jede Klasse repräsentieren, die Sie erkennen möchten

Schritt 1: Auf Classification Block zugreifen

1.1 Zur Klassifikation navigieren

  1. Klicken Sie auf "Classification Block" im Breadcrumb-Menü, ODER
  2. Wählen Sie aus dem Dropdown-Menü in der Navigationsleiste

New Classification Block

1.2 Voraussetzungen überprüfen

Stellen Sie sicher, dass die folgenden Blöcke einen grünen Status anzeigen:

  • ✅ Imaging Setup
  • ✅ Template and Alignment (oder übersprungen)
  • ✅ Inspection Setup

Configure Image Save settings Template and Alignment

Schritt 2: Klassifikationsklassen erstellen

2.1 Klassen definieren

  1. Klicken Sie auf Edit unter "Inspection Types"
  2. Fügen Sie Klassen hinzu für jede Kategorie, die Sie erkennen möchten

2.2 Jede Klasse konfigurieren

Für jede Klasse:

  1. Klassennamen eingeben: Verwenden Sie aussagekräftige Namen (z. B. "Small", "Medium", "Large")
  2. Klassenfarbe auswählen: Wählen Sie unterschiedliche Farben zur visuellen Identifikation
  3. Beschreibung hinzufügen: Optionale Details zur Klasse
  4. Klicken Sie auf Save

Imaging Setup

2.3 Best Practices für die Klassenbenennung

Gute NamenSchlechte Namen
Small_Bolt, Medium_Bolt, Large_BoltType1, Type2, Type3
Red_Cap, Blue_Cap, Green_CapColor1, Color2, Color3
Good_Part, Defective_PartPass, Fail
Screw_PhillipsHead, Screw_FlatheadA, B

Schritt 3: Trainingsbilder aufnehmen

3.1 Bildaufnahmeprozess

Nehmen Sie für jede Klasse mindestens 5 Bilder auf (10+ empfohlen):

  1. Platzieren Sie ein Objekt, das die Klasse repräsentiert, im Inspektionsbereich
  2. Stellen Sie sicher, dass sich das Objekt innerhalb der ROI-Grenzen befindet
  3. Klicken Sie auf Capture, um ein Trainingsbild aufzunehmen
  4. Wählen Sie die entsprechende Klasse aus dem Dropdown-Menü
  5. Klicken Sie auf Save, um das gelabelte Bild zu speichern
  6. Wiederholen Sie den Vorgang mit verschiedenen Beispielen derselben Klasse

Labeling Images

3.2 Anforderungen an Trainingsdaten

KlasseMinimale BildanzahlEmpfohlene BildanzahlHinweise
Jede Klasse510-15Mehr Bilder = bessere Genauigkeit
Gesamtdatensatz15+30-50+Ausgewogen über alle Klassen
Grenzfälle2-3 pro Klasse5+ pro KlasseGrenzwertige Beispiele

3.3 Best Practices für Trainingsbilder

Empfohlen:

  • Verwenden Sie unterschiedliche Beispiele innerhalb jeder Klasse
  • Variieren Sie Objektausrichtungen und -positionen
  • Sorgen Sie für gute Lichtverhältnisse
  • Erfassen Sie Grenzfälle und grenzwertige Beispiele
  • Behalten Sie eine konsistente ROI-Rahmung bei

Nicht empfohlen:

  • Identische Objekte wiederholt verwenden
  • Mehrere Objekte in einer ROI einschließen
  • Klassen in einzelnen Bildern mischen
  • Unscharfe oder schlecht beleuchtete Bilder verwenden
  • ROI-Größe zwischen Aufnahmen ändern

3.4 Qualitätskontrolle

Nach der Aufnahme jedes Bildes:

  1. Bildqualität überprüfen in der Vorschau
  2. Korrekte Klassenbezeichnung verifizieren
  3. Bilder mit schlechter Qualität löschen über die Schaltfläche Delete
  4. Bei Bedarf erneut aufnehmen

Schritt 4: Trainingsparameter konfigurieren

4.1 Auf Trainingseinstellungen zugreifen

  1. Schaltfläche Train Classification Model anklicken

4.2 Trainingsmodus auswählen

Wählen Sie basierend auf Ihren Anforderungen:

TrainingsmodusDauerGenauigkeitAnwendungsfall
Fast2-5 MinutenGut zum TestenInitiale Modellvalidierung
Balanced5-15 MinutenProduktionsreifDie meisten Anwendungen
Accurate15-30 MinutenHöchste PräzisionKritische Anwendungen

Auswahl des Trainingsmodus

4.3 Iterationsanzahl festlegen

Manuelle Iterationseinstellung:

  • Niedrig (50-100): Schnelles Testen, grundlegende Genauigkeit
  • Mittel (200-500): Produktionsqualität
  • Hoch (500+): Maximale Genauigkeit, langsameres Training

4.4 Erweiterte Einstellungen (optional)

Batch Size:

  • Kleinere Batches: Stabileres Training, langsamer
  • Größere Batches: Schnelleres Training, kann weniger stabil sein

Learning Rate:

  • Niedrigere Werte: Stabiler, langsameres Lernen
  • Höhere Werte: Schnelleres Lernen, Instabilitätsrisiko

Empfehlung: Verwenden Sie die Standardeinstellungen, sofern Sie keine speziellen Leistungsanforderungen haben.

Erweiterte Einstellungen

Schritt 5: Trainingsprozess starten

5.1 Training initialisieren

  1. Trainingskonfiguration überprüfen
  2. Start Training anklicken
  3. Fortschritt überwachen im Trainings-Modal

5.2 Trainingsfortschritts-Indikatoren

Überwachen Sie diese Metriken:

  • Current Iteration: Fortschritt durch die Trainingszyklen
  • Training Accuracy: Modellleistung auf den Trainingsdaten
  • Estimated Time: Verbleibende Trainingsdauer
  • Loss Value: Modellfehler (sollte mit der Zeit abnehmen)

Trainingsfortschritt

5.3 Trainingssteuerung

Verfügbare Aktionen während des Trainings:

  • Abort Training: Training sofort stoppen
  • Finish Early: Stoppen, wenn die aktuelle Genauigkeit ausreichend ist
  • Extend Training: Bei Bedarf weitere Iterationen hinzufügen

5.4 Abschluss des Trainings

Das Training stoppt automatisch, wenn:

  • Zielgenauigkeit erreicht ist (typischerweise 95 %+)
  • Maximale Iterationen abgeschlossen sind
  • Der Benutzer das Training manuell stoppt

Schritt 6: Modellleistung bewerten

6.1 Trainingsergebnisse überprüfen

Endmetriken prüfen:

  • Final Accuracy: Sollte für den Produktionseinsatz >85 % betragen
  • Training Time: Dauer für zukünftige Referenz notieren
  • Convergence: Stabilisierung der Genauigkeit verifizieren

6.2 Indikatoren für die Modellqualität

GenauigkeitsbereichQualitätsstufeEmpfehlung
95 %+AusgezeichnetBereit für den Produktionseinsatz
85-94 %GutGeeignet für die meisten Anwendungen
75-84 %AusreichendMehr Trainingsdaten in Erwägung ziehen
<75 %SchlechtMit mehr/besseren Bildern neu trainieren

6.3 Fehlerbehebung bei schlechter Leistung

ProblemWahrscheinliche UrsacheLösung
Niedrige Genauigkeit (<75 %)Unzureichende TrainingsdatenMehr gelabelte Bilder hinzufügen
Training verbessert sich nichtSchlechte BildqualitätBeleuchtung/Fokus verbessern
Klassen werden verwechseltÄhnlich aussehende ObjekteMehr unterscheidende Beispiele hinzufügen
OverfittingZu wenige Bilder pro KlasseDatensatz über die Klassen hinweg ausbalancieren

Schritt 7: Klassifizierungsleistung testen

7.1 Live-Test

  1. Klicken Sie auf Live Preview, um auf Echtzeit-Tests zuzugreifen
  2. Platzieren Sie Testobjekte im Inspektionsbereich
  3. Beobachten Sie die Klassifizierungsergebnisse:
    • Name der vorhergesagten Klasse
    • Konfidenz in Prozent
    • Verarbeitungszeit

7.2 Validierungstest

Systematischer Validierungsprozess:

TestobjektErwartete KlasseTatsächliches ErgebnisKonfidenzBestanden/Nicht bestanden
Bekanntes Objekt der Klasse AKlasse A_________%
Bekanntes Objekt der Klasse BKlasse B_________%
Grenzfall-BeispielKlasse A oder B_________%
Unbekanntes ObjektNiedrige Konfidenz_________%

7.3 Leistungsvalidierung

Überprüfen Sie folgende Aspekte:

  • Genauigkeit: Korrekte Klassifizierungen für bekannte Objekte
  • Konfidenz: Hohe Konfidenz (>80 %) für eindeutige Beispiele
  • Konsistenz: Wiederholbare Ergebnisse für dasselbe Objekt
  • Geschwindigkeit: Akzeptable Verarbeitungszeit für Ihre Anwendung

Schritt 8: Modelloptimierung

8.1 Wenn die Leistung nicht zufriedenstellend ist

Iterativer Verbesserungsprozess:

  1. Identifizieren Sie Problembereiche:
    • Welche Klassen werden verwechselt?
    • Welche Objekte werden falsch klassifiziert?
    • Sind die Konfidenzwerte angemessen?
  2. Fügen Sie gezielte Trainingsdaten hinzu:
    • Mehr Beispiele verwechselter Klassen
    • Grenzfälle und Borderline-Beispiele
    • Unterschiedliche Beleuchtungs-/Positionierungsbedingungen
  3. Modell neu trainieren:
    • Verwenden Sie den Modus „Accurate" für bessere Leistung
    • Erhöhen Sie die Anzahl der Iterationen
    • Überwachen Sie die Verbesserung der Genauigkeit

8.2 Erweiterte Optimierung

Für kritische Anwendungen:

  • Data Augmentation: Verwenden Sie verschiedene Beleuchtungen und Positionen
  • Transfer Learning: Beginnen Sie mit ähnlich trainierten Modellen
  • Ensemble-Methoden: Kombinieren Sie mehrere Modelle
  • Regelmäßiges Neutraining: Aktualisieren Sie mit neuen Produktionsdaten

Schritt 9: Konfiguration abschließen

9.1 Modell speichern

  1. Überprüfen Sie die zufriedenstellende Leistung
  2. Das Modell wird automatisch gespeichert, wenn das Training abgeschlossen ist
  3. Notieren Sie die Modellversion für die Dokumentation

9.2 Dokumentation

Erfassen Sie folgende Details:

  • Trainingsdatum und Version
  • Anzahl der Bilder pro Klasse
  • Verwendeter Trainingsmodus und Iterationen
  • Erreichte endgültige Genauigkeit
  • Besondere Hinweise

9.3 Backup-Konfiguration

  1. Recipe exportieren zur Sicherung
  2. Trainingsbilder bei Bedarf separat speichern
  3. Modellparameter dokumentieren

Erfolg! Ihr Klassifikator ist einsatzbereit

Ihr trainiertes Klassifizierungsmodell kann nun:

  • Objekte automatisch in definierte Klassen kategorisieren
  • Konfidenzwerte für jede Vorhersage bereitstellen
  • Bilder in Echtzeit für den Produktionseinsatz verarbeiten
  • Mit I/O-Logik integrieren für automatisierte Entscheidungsfindung

Laufende Wartung

Regelmäßige Modellaktualisierungen

  • Leistung überwachen im Laufe der Zeit
  • Neue Trainingsdaten hinzufügen bei Bedarf
  • Periodisch neu trainieren, um die Genauigkeit aufrechtzuerhalten
  • Klassen aktualisieren für neue Produktvarianten

Leistungsüberwachung

  • Genauigkeitsmetriken in der Produktion verfolgen
  • Drift erkennen in der Modellleistung
  • Neutraining planen basierend auf Leistungsabfall

Nächste Schritte

Nach dem Training Ihres Klassifikators:

  1. I/O-Logik konfigurieren für Pass/Fail-Entscheidungen
  2. Produktions-Workflows einrichten im IO Block
  3. Komplettes Inspektionssystem durchgehend testen
  4. In die Produktionsumgebung bereitstellen

Häufige Fallstricke

FallstrickAuswirkungVermeidung
Unzureichende TrainingsdatenGeringe GenauigkeitMindestens 10 Bilder pro Klasse verwenden
Unausgewogene KlassenVerzerrte VorhersagenGleiche Bildanzahl über alle Klassen
Schlechte BildqualitätInkonsistente ErgebnisseBeleuchtung und Fokus optimieren
Zu ähnliche KlassenVerwechselte KlassifizierungenEindeutige Klassendefinitionen wählen
Keine ValidierungstestsProduktionsausfälleStets mit unbekannten Objekten testen