Zum Hauptinhalt springen

KI-GESTÜTZTE DOKUMENTATION

Was möchten Sie wissen?

Triggermodi (Manuell, Digital, Sensor)

Diese Seite erläutert die fünf im OV20i-System verfügbaren Triggermodi und beschreibt, wie jeder Modus für unterschiedliche Inspektionsszenarien und Automatisierungsanforderungen konfiguriert wird.

Übersicht der Triggermodi

Der OV20i bietet fünf verschiedene Triggermodi für unterschiedliche Produktionsumgebungen und Automatisierungsanforderungen:

  • Manual – Trigger über HMI-Bildschirm
  • Hardware – Trigger über elektrisches Signal
  • PLC – Kommunikation mit industriellem Controller
  • Aligner Trigger – Automatische Triggerung bei erkannter Teilausrichtung
  • Interval Trigger – Timer-basierte automatische Triggerung

Manual Trigger Mode

Was ist Manual Triggering?

Manuelle Triggerung ermöglicht es Bedienern, Inspektionen direkt über die HMI-Oberfläche mithilfe einer Bildschirmtaste auszulösen.

Funktionsweise:

  • Bediener klickt in der HMI-Oberfläche auf die Schaltfläche Capture
  • Kamera erfasst und verarbeitet das Bild unverzüglich
  • Ergebnisse werden in Echtzeit auf dem HMI-Bildschirm angezeigt

Bevorzugte Anwendungsfälle:

  • Einrichtung und Test – Rezepturentwicklung und -validierung
  • Produktion mit geringem Volumen – Gelegentliche Qualitätsprüfungen
  • Schulung und Demonstration – Vermittlung der Systemfunktionalität an Bediener
  • Fehlersuche – Manuelle Verifizierung von Inspektionsergebnissen

Konfiguration:

  • Triggermodus in Imaging Setup > Photometric Control auf Manual setzen
  • Keine zusätzlichen Hardware-Verbindungen erforderlich
  • Zugänglich über die Erfassungssteuerung der HMI-Seite

Hardware Trigger Mode

Was ist Hardware Triggering?

Hardware-Triggerung nutzt elektrische Signale, die direkt an die digitalen Eingangspins der Kamera gesendet werden, um Inspektionen auszulösen.

Elektrischer Anschluss:

  • Trigger-Eingangspin: Digital Input (DI) am M12 A-codierten 17-Pin-Steckverbinder
  • Signaltyp: Pull-to-GND zur Aktivierung des Eingangs
  • Spannung: Kompatibel mit 24V-Industriesystemen
  • Reaktion: Sofortige Erfassung bei Signalübergang

HWtrigger

Funktionsweise:

  1. Ein externes Gerät sendet ein elektrisches Signal an den Trigger-Eingang der Kamera
  2. Die Kamera erkennt den fallenden Signalflankenübergang
  3. Der Inspektionszyklus wird automatisch gestartet
  4. Ergebnisse stehen über digitale Ausgänge oder Kommunikationsprotokolle zur Verfügung

Bevorzugte Anwendungsfälle:

  • Hochgeschwindigkeits-Produktionslinien – Förderbandintegration
  • Sensorgesteuerte Systeme – Näherungssensoren, fotoelektrische Sensoren
  • Einfache Automatisierung – Direkte elektrische Integration ohne PLC
  • Nachrüstanwendungen – Erweiterung bestehender Maschinen um Bildverarbeitung

Konfiguration:

  • Triggermodus in Imaging Setup > Photometric Control auf Hardware setzen
  • Triggerquelle mit dem dafür vorgesehenen digitalen Eingangspin verbinden
  • Signalpolarität und Erkennung der fallenden Flanke konfigurieren

PLC Trigger Mode

Was ist PLC Triggering?

PLC-Triggerung ermöglicht eine anspruchsvolle Kommunikation zwischen der Kamera und speicherprogrammierbaren Steuerungen über industrielle Ethernet-Protokolle.

Kommunikationsprotokolle:

  • Ethernet/IP – PLCs von Allen-Bradley, Rockwell Automation
  • Profinet – PLCs von Siemens, Mitsubishi, Omron über Ethernet
  • Industrial Ethernet – Universelle Konnektivität für gängige PLC-Marken

Ablauf des Signalflusses:

  1. PLC Trigger Command – PLC sendet Triggeranforderung an die Kamera
  2. Trigger Acknowledge – Kamera bestätigt den Triggerempfang
  3. Exposure Complete – Kamera signalisiert den Abschluss der Bildaufnahme
  4. Inspection Complete – Kamera meldet den Abschluss der Verarbeitung
  5. Pass/Fail Result – Endgültiges Inspektionsergebnis wird an die PLC gesendet

Erweiterte Funktionen:

  • Trigger ID Tracking – 16-Bit Rolling-ID zur Zuordnung
  • Busy Signal Monitoring – Kamerastatus-Rückmeldung an die PLC
  • Bidirektionale Kommunikation – Vollständiger Datenaustausch
  • Rezepturauswahl – PLC kann zwischen Inspektionsrezepturen umschalten

Bevorzugte Anwendungsfälle:

  • Komplexe Automatisierungssysteme – Mehrstationige Produktionslinien
  • Datenintegration – Manufacturing Execution Systems (MES)
  • Rezepturverwaltung – Automatische Inspektionsumschaltung
  • Qualitätsverfolgung – Detailliertes Produktionsreporting

Konfiguration:

  • Triggermodus in Imaging Setup > Photometric Control auf PLC Trigger setzen
  • Netzwerkkommunikationsprotokoll konfigurieren
  • PLC-Logik für die Triggersequenzierung einrichten
  • Parameter für den Datenaustausch zuordnen

Aligner Trigger Mode

Was ist Aligner Triggering?

Aligner-Triggerung startet Inspektionen automatisch, wenn das Template-Alignment-System ein Teil im Sichtfeld erfolgreich lokalisiert und ausrichtet.

hinweis

Dies wird als Software-Triggermodus betrachtet und ist möglicherweise nicht für alle Produktionsszenarien ideal.

Funktionsweise:

  1. Template Matching – Kamera sucht kontinuierlich nach dem Ausrichtungsmuster
  2. Teileerkennung – Aligner lokalisiert das Teil anhand der Template-Regionen
  3. Konfidenzprüfung – Ausrichtungskonfidenz überschreitet den Schwellenwert
  4. Automatischer Trigger – Inspektion startet ohne externes Signal
  5. ROI-Anpassung – Inspektionsbereiche werden an die erkannte Teileposition angepasst

Template-Konfiguration:

  • Template-Regionen – Rechteck- oder Kreismuster zur Kantenerkennung
  • Rotationsbereich – 0–180 Grad Toleranz für die Teileausrichtung
  • Empfindlichkeit – Anpassung der Kantenfindungsempfindlichkeit
  • Konfidenzschwelle – Minimale Ausrichtungskonfidenz (empfohlen 0,6–0,9)
  • Suchbereiche – Eingeschränkte Bereiche für höhere Geschwindigkeit und Genauigkeit

Bevorzugte Anwendungsfälle:

  • Variable Teilepositionierung – Teile sind nicht einheitlich fixiert
  • Roboterpräsentation – Pick-and-Place-Anwendungen
  • Flexible Produktion – Mehrere Teileausrichtungen
  • Automatisierte Zuführsysteme – Schwingförderer, Förderbänder

Einschränkungen:

  • ⚠️ Software-Abhängigkeit – Abhängig von der Leistung des Ausrichtungsalgorithmus
  • ⚠️ Verarbeitungsaufwand – Kontinuierliches Template Matching beeinträchtigt die Geschwindigkeit
  • ⚠️ Fehlauslösungen – Kann durch ähnliche, aber falsche Muster ausgelöst werden

Konfiguration:

  • Triggermodus in Imaging Setup > Photometric Control auf Aligner Trigger setzen
  • Template-Bild und Ausrichtungsregionen konfigurieren
  • Konfidenzschwellen und Suchbereiche festlegen
  • Zuverlässigkeit der Ausrichtung bei Teilevariationen prüfen

Interval Trigger Mode

Was ist Interval Triggering?

Intervall-Triggerung erfasst automatisch Bilder in vorgegebenen Zeitintervallen und eignet sich für kontinuierliche Überwachung und periodische Qualitätsprüfungen.

Funktionsweise:

  • Timer-Konfiguration – Inspektionsintervall festlegen (Sekunden, Minuten, Stunden)
  • Automatische Zyklen – Kamera triggert in den festgelegten Intervallen
  • Kontinuierlicher Betrieb – Läuft unabhängig ohne externe Signale
  • Zeitstempel-Protokollierung – Jede Aufnahme wird mit präzisem Zeitstempel erfasst

Zeitsteuerungsoptionen:

  • Feste Intervalle – Regelmäßige periodische Inspektionen
  • Konfigurierbare Dauer – Sekunden bis Stunden zwischen Aufnahmen
  • Start/Stopp-Steuerung – Manuelle Übersteuerungsmöglichkeiten
  • Zeitplanintegration – Mögliche Integration mit Produktionszeitplänen

Bevorzugte Anwendungsfälle:

  • Prozessüberwachung – Kontinuierliche Qualitätsüberwachung
  • Langsame Produktion – Anforderungen mit niedriger Inspektionsfrequenz
  • Umgebungsüberwachung – Periodische Zustandskontrollen
  • Datenerfassung – Stichprobenahme für die statistische Prozesskontrolle

Konfiguration:

  • Triggermodus in Imaging Setup > Photometric Control auf Interval setzen
  • Intervall-Zeitparameter konfigurieren
  • Start-/Stoppbedingungen festlegen
  • Anforderungen an die Datenprotokollierung definieren

Leitfaden zur Auswahl des Triggermodus

TriggermodusGeschwindigkeitAutomatisierungsgradEinrichtungsaufwandGeeignet für
ManualLangsamManuellEinfachTest, Einrichtung
HardwareSchnellMittelMittelHochgeschwindigkeitslinien
PLCSchnellHochKomplexKomplexe Automatisierung
AlignerVariabelHochMittelVariable Positionierung
IntervalPeriodischHochEinfachÜberwachung

Hardware-Aspekte

Elektrische Spezifikationen

  • Spannungsbereich: 19–24 VDC Eingang
  • Signallogik: Pull-to-GND zur Aktivierung der Eingänge
  • Ausgangsstrom: Max. 100 mA pro Ausgang (im aktiven Zustand wird gegen GND geschaltet)
  • Thermischer Schutz: Integrierte Thermosicherung für die digitale Masse

🔗 Siehe auch